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Kommunikation von Risiken und Krisen

Ob und wie man über Risiken und Krisen kommunizieren soll, ist umstritten: Auf der eine Seite steht Panikmache, auf der anderen Ignoranz. In Rahmen einer Veranstaltung diskutieren Experten aus verschiedenen Bereichen über den medialen Umgang mit möglichen Gefahren und Ausnahmeereignissen.

Podiumsdiskussion 10.02.2010

Verheerende Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Haiti erschüttern und rütteln auf. Doch nicht immer werden Krisen so klar als solche wahrgenommen und kommuniziert. Das Einmalereignis steht über der Permanentkrise, die kleine Krise im eigenen Land über der großen im Rest der Welt. Wo die einen eine Krise sehen, wittern andere reine Panikmache.

Die Diskussion zum Thema „Zwischen Betroffenheit und Ignoranz – Risiken und Krisen kommunizieren“ findet am 11.Februar, um 19h im Depot (Breitegasse 3, 1070 Wien) statt. Veranstaltet wird sie von SciCo - Verein für Wissenschaftskommunikation in Kooperation mit dem Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung, IFF - Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt.

Ähnlich schwierig erscheint die Kommunikation von Risiken wie potenziell gefährliche Pandemien oder die schleichende Bedrohung durch "Plastik" im Blut. Experten sind sich uneinig, der augenblickliche Vorteil verdrängt das Bewusstsein der möglichen Gefahr. Risiken verlieren ihren Schrecken und Experten büßen ihre Kompetenz ein, wenn die Krise zu lange auf sich warten lässt.

Risiko- und Krisenkommunikation findet zwischen Ambition und Verdrängung, politischen wie wirtschaftlichen Interessen und der Logik der Medien statt. Wann werden Risiken und Krisen erkannt, wann ignoriert? Wie beeinflussen die Medien die Risiko- und Krisenwahrnehmung, wie Interessensvertretungen? Lässt sich der Begriff "Risiko" objektiv erfassen? Und wie kann sich der/die Einzelne im Dickicht widersprüchlicher Informationen zurechtfinden?

Dazu diskutieren Werner Boote (Autor und Regisseur von "Plastic Planet", Irene Jancsy (Kommunikationsleiterin "Ärzte ohne Grenzen"), Christian Kollmann (communication matters), Rodger Novak (Nabriva Therapeutics) und Helge Torgersen (Institut für Technikfolgen-Abschätzung der ÖAW). Moderiert wird die Diskussion von Elke Ziegler (science.ORF.at).

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