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Porträtfoto eines Mannes, der unglücklich aussieht.

Warum uns Dinge nicht glücklich machen

Ein schickes neues Kleid oder ein neuer Flat-TV machen uns kurzfristig Freude. Für längeres Glück eignen sie sich aber nicht, da sind Erlebnisse besser. Laut US-Psychologen liegt das daran, dass wir materielle Güter mit anderen vergleichen - und das macht langfristig unzufrieden.

Psychologie 03.03.2010

Erlebnisse hingegen sind so subjektiv, dass wir sie gar nicht so leicht vergleichen können, schreiben der Psychologe Thomas Gilovich von der Cornell University und Kollegen in einer Studie.

Vergleiche machen unzufrieden

Die Studie "The relative relativity of material and experiential purchases" ist im "Journal of Personality and Social Psychology" erschienen.

In einer Reihe von Experimenten mit Probanden haben sie untersucht, welche Konsumhandlungen uns eher glücklich machen als andere. Als zentrales Argument stellt sich dabei die Vergleichbarkeit heraus.

Schon bei der Auswahl eines physischen Produkts denken die Menschen demzufolge mehr in Alternativen und vergleichen konkurrierende Produkte. Hat man erst einmal die neue CD, den neuen Fernseher oder die neue Waschmaschine gekauft, bleibt der Schatten der nichtgewählten Alternativen sozusagen auf der Entscheidung liegen.

Auch werden die gewählten Produkte eher mit jenen anderer Menschen verglichen. Dies führt langfristig nicht zuletzt wegen möglicher verpasster, besserer Waren und verbundenen Neidgefühlen zu einer niedrigeren Zufriedenheit.

Topfentorte ist immer ein Genuss

Die Zufriedenheit mit Erlebnissen - seien es Urlaube, Konzerte oder Massagen - nimmt laut den Psychologen im Lauf der Zeit hingegen eher zu. Das liege zum einen an unserem selektiven Gedächtnis, das positive Erinnerungen bevorzugt, zum anderen aber auch daran, dass subjektive Erfahrungen schwieriger zu vergleichen sind.

"Der Geschmack einer Topfentorte ist generell ein Vergnügen, gleichgültig, ob es sich um die beste handelt, die man bekommen kann. Im Gegensatz dazu ist die Qualität eines TV-Geräts ohne andere Apparate schwierig zu beurteilen", fassen die Psychologen in ihrer Studie zusammen.

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