Standort: science.ORF.at / Meldung: "Reden macht glücklich"

Zwei Mädchen auf der Wiese, die miteinander reden

Reden macht glücklich

"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" - was der Volksmund rät, macht nicht unbedingt glücklicher. Laut US-amerikanischen Forschern geht es nämlich jenen Menschen besser, die mehr miteinander reden - besonders, wenn es um substanzielle Inhalte geht.

Psychologie 05.03.2010

Wie wichtig sind Sozialkontakte?

Die Studie in "Psychological Science": "Eavesdropping on Happiness: Well-Being Is Related to Having Less Small Talk and More Substantive Conversations" von Matthias R. Mehl et al.

Psychologen rund um Matthias R. Mehl von der University of Arizona und der Washington University in St. Louis haben für ihre aktuelle Studie untersucht, ob sich glückliche und unglückliche Menschen darin unterscheiden, wie viel sie mit anderen reden und worüber.

97 Freiwillige wurden dafür für vier Tage mit einem dezenten Aufnahmegerät (Electronically Activated Recorder - EAR) ausgestattet. Dieses zeichnete in regelmäßigen Abständen Soundschnipsel ihrer alltäglichen Leben auf, alle 12,5 Minuten 30 Sekunden. Am Ende hatten die Forscher 20.000 Aufnahmen zum Analysieren. Sie identifizierten Gespräche und klassifizierten sie nach ihrem Inhalt: in trivialen Smalltalk und in solche substanzielleren Inhalts. Außerdem mussten die Versuchsteilnehmer Fragebögen zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Befinden ausfüllen.

Echte Inhalte geben Sinn

Die Auswertung ergab, dass jene, die weniger Zeit alleine verbrachten und häufiger mit anderen sprachen, sich insgesamt glücklicher fühlten. Die glücklichsten Probanden waren um 25 Prozent weniger alleine und um 70 Prozent häufiger in Gespräche involviert als die unglücklichsten. Aber auch die Art der Gespräche war entscheidend: Die glücklichsten Versuchspersonen sprachen nämlich zwei Mal so oft über substanzielle Inhalte wie die unglücklichsten.

Die Ergebnisse legen laut den Forschern nahe, dass soziale Kontakte, die tiefer gehen, wesentlich für ein zufriedenes Leben sind, Einsamkeit und Oberflächlichkeit dagegen eher hinderlich. Über die kausale Richtung des Zusammenhangs könnten sie zwar keine Aussage machen, aber sie vermuten, dass tiefgehende Gespräche Menschen tatsächlich mehr Sinn und in der Folge Glück vermitteln.

science.ORF.at

Mehr zum Thema: