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Ernährung der Mutter beeinflusst Gene

Weibliche Föten sind besser vor Ernährungsfehlern der Mütter geschützt als männliche. Dies legt zumindest eine Studie an Mäusen nahe. Die Wissenschaftler zeigten, dass in der Plazenta abhängig von der Ernährung der Mutter und dem Geschlecht des Nachwuchses jeweils andere Gene aktiviert werden.

Genetik 09.03.2010

Ihre Untersuchung helfe zu erklären, wie die Ernährung der Mutter die spätere Gesundheit des Nachwuchses beeinflusst. Durch die Plazenta (Mutterkuchen) an der Gebärmutterwand erfolgt der Stoffaustausch zwischen Mutter und Fötus.

Ernährung in der Schwangerschaft prägt

Die Studie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences": "Contrasting effects of different maternal diets on sexually dimorphic gene expression in the murine placenta von Jiude Mao et al.

Aus früheren Untersuchungen ist bereits bekannt, dass die Krankengeschichte eines Menschen zu Teilen bereits im Mutterleib geschrieben wird. So steigt das Risiko, im Erwachsenenalter zum Beispiel an Diabetes zu erkranken oder einen Schlaganfall zu bekommen, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft unausgewogen ernährt hat.

Für Buben ist dieses Risiko größer als bei Mädchen. Andere Studien zeigen, dass bei einer sehr kalorienreichen Ernährung bevorzugt Buben geboren werden, bei einer kalorienarmen hingegen eher Mädchen. Wissenschaftler vermuten, dass männliche Föten häufiger bereits in der ganz frühen Schwangerschaft absterben, wenn die Ernährungslage nicht optimal ist.

Mädchen besser gepuffert gegen Einflüsse

Auf welchem Weg sich die Ernährung der Mutter nun auf den sich entwickelnden Nachwuchs auswirkt, ist bisher nicht geklärt. Um dieser Frage nachzugehen, setzten Cheryl Rosenfeld von der University of Missouri (Columbia/US-Staat Missouri) und ihre Mitarbeiter nun Mäuse zunächst auf spezielle Diät: Einige Tiere bekamen eine sehr fetthaltige Nahrung, andere eine fettarme und eine weitere Gruppe eine ausgewogene Standard-Nahrung. Die Tiere wurden dann befruchtet. Am 13. Tag der Schwangerschaft untersuchten die Forscher, welche Gene in den Plazenten der Mütter jeweils aktiv waren.

Jede Diät führte nun zu einem ganz eigenen Gen-Aktivierungsmuster, fanden die Wissenschaftler. Deutliche Unterschiede in der Aktivität fanden sie bei knapp 2.000 Genen. Grundsätzlich wurden in den Plazenten des weiblichen Nachwuchses mehr Gene hochreguliert, wenn die Ernährung der Mutter unausgewogen war. Möglicherweise sei die Pufferfunktion der Plazenta gegenüber schlechten Einflüssen der Mutter bei weiblichen Nachkommen stärker ausgeprägt. Dies würde möglicherweise erklären, warum Töchter im späteren Leben ein geringeres Risiko für bestimmte Erkrankungen haben als Söhne, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

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