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Modellversuch für Gehörloses Studieren

An der TU Wien startet demnächst ein Modellversuch "Gehörlos Studieren". Ziel ist es laut Wissenschaftsministerium, die Zahl der gehörlosen Studenten an den Unis zu erhöhen.

Universitäten 16.03.2010

Derzeit gibt es nicht einmal Zahlen, wie viele Studenten österreichweit von dieser Behinderung betroffen sind. Schätzungen gehen von 20 bis 40 Personen aus. Es sei aber davon auszugehen, dass viele Gehörlose erst gar kein Studium beginnen, da es ohne entsprechende Unterstützung für sie kaum zu meistern ist, hieß es aus dem Ministerium.

Eigene Servicestelle

An der TU soll deshalb eine zentrale Servicestruktur für gehörlose Studenten aufgebaut werden, die nachhaltig bestehen bleibt und so österreichweit an den Unis etabliert werden kann. In einer Servicestelle, die als Anlaufstelle für Gehörlose dient, sollen Tutoren und Gebärdensprachdolmetscher - unterstützt von der nötigen technischen Infrastruktur - zusammenarbeiten. Außerdem sollen Uni-Angehörige bezüglich der speziellen Bedürfnisse und Arbeitsweisen Gehörloser sensibilisiert, die Uni selbst hinsichtlich baulicher, technischer und administrativer Rahmenbedingungen beraten werden.

Ein weiteres Modul des Projekts widmet sich didaktischen Aspekten. Zur Ermöglichung wissenschaftlichen Arbeitens sollen auch Sprachkompetenzen wie etwa Fachgebärden, Englisch, Deutsch oder Schriftsprachenkompetenzen für Studieninteressierte und bereits Inskribierte aufgebaut werden. Das rund 830.000 Euro teure Projekt wird größtenteils vom Wissenschaftsministerium finanziert, einen kleineren Teil trägt die TU selbst.

science.ORF.at/APA