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Erde, gesehen aus dem Weltraum

Auf der Suche nach der zweiten Erde

Mehr als 340 extrasolare Planeten wurden in den vergangenen 15 Jahren entdeckt. Rund ein Zehntel von ihnen könnte der Erde ähnlich sein, vermuten Forscher. Eine Sonderausgabe des Fachblatts "Astrobiology" fasst nun den aktuellen Wissensstand zum Thema zusammen.

Astronomie 25.03.2010

Voraussetzungen für Leben

"Noch vor 15 Jahren hat man keine Exoplaneten gekannt, die Beobachtung des ersten extrasolaren Planeten 1995 war eine Sensation, heute zählen wir 345", sagt der Grazer Astronom und Geophysiker Helmut Lammer. "Um Leben hervorzubringen, muss ein Planet nicht nur die entsprechende Atmosphäre und Wasser haben, sondern auch den richtigen Abstand zu seiner Sonne aufweisen", so Lammer.

Eine umfassende Übersicht der geo- und astrophysikalischen Bedingungen, die die Entstehung von Leben wahrscheinlich machen, sind im soeben erschienenen rund 130-seitigen Sonderheft von "Astrobiology" (Bd. 10, Nr. 1) unter dem Titel "Habitability Primer" beschrieben.

Auf dem im Vorjahr entdeckten erdähnlichen Exoplaneten Corot-7b, der etwa doppelt so groß ist wie die Erde, wird es beispielsweise über 1.000 Grad heiß - offenbar keine gute Basis für die Entstehung von Leben. "Es geht nach wie vor darum, zuerst erdähnliche Planeten, danach jene in lebensfreundlicher Entfernung von ihrem Zentralstern und schließlich Spuren von Leben entdecken", erläutert Lammer.

Lammer arbeitet über die Evolution von Planetenatmosphären und ist u.a. Ko-Investigator bei der europäischen Satellitenmission "Corot" und Mitglied im Terrestrial Exoplanet Science Advisory Team (TE-Sat) der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, das theoretische Vorarbeiten zur Ziel-Auswahl für die Suche von erdähnlichen extrasolaren Planeten durch künftige Missionen leistet. Die Mitglieder dieser Beratergruppe haben nun die Beiträge zur jüngsten "Astrobiology"-Sonderausgabe erstellt, die von Lammer koordiniert wurde.

science.ORF.at/APA

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