Standort: science.ORF.at / Meldung: "Elefanten laufen mit Vierfußantrieb"

Ein großer und ein kleiner Elefant beim Gehen

Elefanten laufen mit Vierfußantrieb

Bei Elefanten sind die Vorder- und Hinterbeine gleichermaßen für die Beschleunigung und das Bremsen der Bewegungen zuständig. Die Beine werden damit ähnlich eingesetzt wie ein Allradantrieb bei einem Auto.

Biomechanik 30.03.2010

Das ergab eine detaillierte Untersuchung der Bewegungsabläufe von Elefanten. Die spezielle Fortbewegung der Tiere sei eine Anpassung an ihre besondere Größe, ihren Lebensraum und ihre evolutionäre Geschichte.

Keine Aufgabenteilung

Die Studie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences": "Integration of biomechanical compliance, leverage, and power in elephant limbs" von Lei Ren et al.

Bei den meisten Vierfüßern gibt es eine klare Aufgabenverteilung zwischen den Vorder- und Hinterbeinen: Während erstere vor allem für das Abbremsen der Bewegungen zuständig sind, sorgen letztere hauptsächlich für die Beschleunigung der Körpermasse.

Bei Elefanten gibt es diese Aufgabenteilung nicht, beziehungsweise nur in geringem Maße, zeigten nun John Hutchinson vom Royal Veterinary College in London und seine Mitarbeiter. Sie hatten sechs Asiatische Elefanten mit Infrarotkameras gefilmt, während die Dickhäuter über spezielle Plattformen liefen, mit denen sich bestimmte biomechanische Werte messen lassen.

Laufen ist anstrengend

Trotz der Gleichwertigkeit in der Funktion übernehmen die Vorderbeine den Großteil der Arbeit beim Laufen, berichten die Wissenschaftler weiter. Dies liege zum einen daran, dass sie mehr Körpergewicht tragen als die Hinterbeine. Zum anderen aber sei ihr Krafteinsatz besser mit der Gesamtleistung des Körpers bei der Fortbewegung synchronisiert.

Obwohl die Elefanten der Untersuchung zufolge längst nicht so steifbeinig gehen wie allgemein angenommen, steigt der Energieverbrauch der Tiere beim Laufen stark an. Dies sei auf die schlechtere Hebelwirkung der Muskulatur zurückzuführen und erkläre, warum Elefanten grundsätzlich nur selten rennen und dabei schnell ermüden, schreiben die Forscher.

science.ORF.at/APA/dpa

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