Standort: science.ORF.at / Meldung: "Neues kompostierbares Kunststoffpapier "

Neues kompostierbares Kunststoffpapier

Wasserfestes Papier, das sich nach Gebrauch in Kompost auflöst: Kunststoffwissenschafter an der Montanuniversität Leoben ist die Entwicklung eines neuartigen Kopierpapiers gelungen - auf Basis von sogenannten Biokunststoffen.

Technologie 14.04.2010

Das macht das Papier biologisch abbaubar, teilt die Montanuniversität Leoben mit.

Positive Ökobilanz

"Herkömmliches Papier auf Zellstoffbasis ist ein bewährtes Produkt, die dafür benötigten Rohstoffe wie Holz und Wasser sind jedoch nicht in jeder Region im gleichen Ausmaß verfügbar", erklärt Stephan Laske vom Institut für Kunststoffverarbeitung der Montanuniversität Leoben.

"Synthetisches Kopierpapier auf Basis nachwachsender, polymerer Rohstoffe wäre da eine Alternative, aber das Material muss aufgrund der Vorgänge beim Bedrucken und den Anforderungen im Gebrauch hohen Ansprüchen genügen. So muss z.B. für den Einsatz in einem Laserdrucker eine kurzzeitige Temperaturstabilität zwischen 180 und 200 Grad Celsius gegeben sein", so Laske.

Vor allem aber sollte das synthetische Papier keine zusätzliche Umweltbelastung hervorrufen. Die Ökobilanz des in Leoben entwickelten wasserresistenten Papiers falle positiv aus: "Die Ergebnisse zeigten, dass das Synthetische Papier bei Miteinbezug des Recyclings ökologische Vorteile bietet", so Laske.

Maisstärke als Rohstoff

Die Leobener Forscher arbeiten mit Polymilchsäure (PLA), die aus der nachwachsenden Ressource Maisstärke hergestellt wird, als Ausgangsrohstoff.

Das neuartige "Biokunststoff-Papier" besteht aus drei Schichten, wobei die beiden Deckschichten die gewünschten haptischen, optischen, thermischen und mechanischen Eigenschaften übernehmen. "Um das vorzeitige Anschmelzen der PLA-Matrix zu verhindern wurden die Deckschichten mittels energiereicher Strahlung vernetzt. Dadurch wird die Kristallisation behindert, und das Material erhält einen amorphen Charakter", schildert Laske.

Ein die Forschung abschließender Test zeigte die einwandfreie Bedruckbarkeit des synthetischen Papiers: "Dabei konnte bezüglich der Druckqualität kein wesentlicher Unterschied erkannt werden. Im Gegenteil: Die Haftung des Toners war am synthetischen Papier sogar besser", so der Forscher.

science.ORF.at/APA

Mehr zum Thema: