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Waren im Supermarkt

Konsumenten planen auch das Ungeplante

Besucher von Supermärkten irren sich kaum bei der Höhe des Betrags, den sie ausgeben wollen, sehr wohl aber bei den konkreten Produkten. Offenbar planen sie die finanziellen Folgen ungeplanter Spontaneinkäufe bereits mit ein.

Psychologie 07.05.2010

Das berichten US-Wirtschaftspsychologen, darunter Jeffrey Inman von der University of Pittsburgh in einer Studie.

Die Studie "Planning to Make Unplanned Purchases? The Role of In-Store Slack in Budget Deviation" erscheint in der August-Ausgabe des "Journal of Consumer Research".

Vergessene Notwendigkeiten und Spontaneinkäufe

Die Forscher haben Feldstudien in einigen Lebensmittelgeschäften in Texas durchgeführt. Dabei befragten sie Einkäufer vor Betreten der Geschäfte, was sie einkaufen und wie viel Geld sie ausgeben wollten. Nach dem Shopping wurden diese Angaben mit den tatsächlichen Resultaten verglichen.

Es zeigte sich, dass die Differenz der Geldsumme nur sehr gering war: Sie betrug nur 47 US-Cent. Bei den tatsächlichen Produkten war der Unterschied aber sehr viel größer. Das lag zum einen daran, dass die Konsumenten einige notwendige Produkte auf ihrer Einkaufsliste schlicht vergessen hatten, dass sie sich aber zum anderen auch zu einigen spontanen Impulskäufen hinreißen ließen.

"Mentale Budgetreserve"

Offenbar waren diese ungeplanten Einkäufe im beabsichtigten Gesamtbudget aber bereits beinhaltet - eine "mentale Reserve", die bei drei Viertel aller untersuchten Konsumenten angelegt war.

Diese "mentale Budgetreserve" gelte es aus Sicht der Geschäftsleute zu nutzen, raten die Forscher: Etwa indem sie ihre Kunden dazu animieren, auch Regalreihen zu durchwandern, die sie ursprünglich gar nicht im Sinne hatten, indem sie Kostproben verteilen, die Wünsche erst wecken, oder indem sie nahe der Kassen eigene Bereiche für "vergessene Basisprodukte" anbieten.

science.ORF.at

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