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Junger Massai in Kenya

Massai: Gesund trotz Mangelernährung

Der menschliche Körper kann eine mangelhafte Ernährung erstaunlich gut ausgleichen. Dies zeigt eine deutsche Studie der bei den Massai im ostafrikanischen Kenia. Obwohl sich das Hirtenvolk einseitig und mangelhaft ernährt, sind die Menschen gesund.

Ernährung 21.05.2010

Wie Untersuchungen belegen, enthalten die Zellwände der roten Blutkörperchen der Massai die wichtigen Omega-3-Fettsäuren, obwohl diese Nährstoffe nicht über die Nahrung aufgenommen wurden. "Diese Ergebnisse haben uns überrascht", sagt der Ernährungsphysiologe Gerhard Jahreis vom Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie an der Universität Jena. "Sie beweisen die enorme Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus."

Falsche Klischees

Zudem zeigt die Studie, dass viele Klischees über die Ernährung der Massai nicht zutreffen. Entgegen historischer Berichte essen diese Menschen nicht vorrangig Fleisch und Blut, sondern der Anteil pflanzlicher Nahrung liegt deutlich über 50 Prozent. Zum Frühstück trinken Massai stark gesüßten Milchtee, tagsüber und abends basiert die Ernährung auf Mais und Milch.

Die Wissenschaftlerin Nadja Knoll betont jedoch, dass ihre Studie auf das Ende der Trockenzeit fiel. In der deutlich kürzeren Regenzeit könnten die Ergebnisse anders ausfallen, denn die Tiere der Massai geben dann mehr Milch. Diese wird in Flaschenkürbissen zu einem joghurtähnlichen Getränk fermentiert. Fleisch werde nur selten verspeist, sagt Knoll: "Ein Rind schlachten die Massai höchstens zu rituellen Feiern."

science.ORF.at/APA/apn