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Ein Kind liest zwischen zwei Stapel von Büchern

Bücher als Grundlage für Bildungsgrad

Kinder, deren Eltern Bücher zu Hause haben, werden im Vergleich zu jenen aus buchfreien Haushalten später einen höheren Bildungsgrad erreichen - gleichgültig aus welchem sozialen oder kulturellen Umfeld sie kommen. Das ergab eine internationale Langzeitstudie.

Erziehung 21.05.2010

Die Studie in "Research in Social Stratification and Mobility": "Family scholarly culture and educational success: Books and schooling in 27 nations" von Mariah Evans et al.

Welchen Ausbildungsgrad Kinder in ihrem Leben erreichen, hängt nicht nur hierzulande vor allem von ihrem familiären Hintergrund ab. Das heißt, die Töchter und Söhne von Akademikern werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine Universität absolvieren. Bei Kindern aus unteren sozialen Schichten hingegen ist ein Universitätsabschluss immer noch eher selten.

In ihrer zwanzigjährigen Studie hat ein Team rund um die Soziologin Mariah Evans von der University of Nevada nun untersucht, ob möglicherweise ein Haushalt mit Büchern den sozialen Aufstieg begünstigt. Insgesamt hat sie dafür 70.000 Fälle in 27 Ländern analysiert.

Günstige Zukunftsinvestition

Dabei zeigte sich, dass Bücher offenbar einen ganz wesentlichen Anteil daran haben. Der Unterschied im Ausbildungsgrad zwischen einem Aufwachsen in buchfreiem Umfeld und dem mit einer 500 Bücher umfassenden Bibliothek in weniger gebildeten Herkunftsfamilien entspricht jenem zwischen Kindern von kaum gebildeten Eltern (drei Jahre Schulbildung) und von Sprösslingen aus Akademikerfamilien.

Ein derartiger Buchfundus gleicht laut Evans gewissermaßen das soziale Defizit aus. Am meisten hätten Kinder von Eltern mit sehr geringer Ausbildung von vielen Büchern im Haushalt profitiert. Und selbst wenn sich nur 20 Bücher im Haushalt befanden, gab es noch eine leichte Verbesserung in der Ausbildung. In manchen Ländern, wie etwa China, sei der Büchereffekt noch deutlicher ausgefallen.

"Bücher sind offensichtlich eine günstige und langfristig wirksame Investition in die Zukunft unserer Kinder", so die Soziologin.

science.ORF.at

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