Standort: science.ORF.at / Meldung: "Lesbierinnen sind gute Eltern"

Zwei Frauen baden mit einem Kind im Meer.

Lesbierinnen sind gute Eltern

Kinder lesbischer Paare sind laut einer Untersuchung in sozialer und geistiger Hinsicht überdurchschnittlich gut entwickelt. Gesundheitlich unterscheiden sich die Kinder aus homo- und heterosexuellen Familien indes nicht.

Gesellschaft 09.06.2010

Nanette Gartrell von der University of California in San Francisco und ihre Kollegin Henny Bos von der Universität Amsterdam haben 78 Teenager im Alter von 17 Jahren untersucht, deren Eltern in einer lesbischen Beziehung leben. Sämtliche Kinder kamen durch künstliche Befruchtung zur Welt, als Vergleichsgruppe dienten Jugendliche im gleichen Alter, deren Eltern ein ähnlich bemessenes Einkommen sowie einen vergleichbaren Bildungshintergrund hatten.

Wie die beiden Forscherinnen im Fachblatt "Pediatrics" schreiben, haben Kinder aus homosexuellen Familien eine geringere Tendenz zu aggressivem Verhalten und schneiden bei Wissenstests besser ab. In medizinischer Hinsicht bestehen hingegen keine Unterschiede.

"Das bestätigt, was Fachleute schon seit längerer Zeit vermutet haben", kommentierte Stephen Russell, ein Soziologe der University of Arizona. "Kinder, die mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, geht es genauso gut wie den anderen Kindern." Insgesamt sehen die Forscher diesen Befund als Hinweis, die Adoptionspolitik liberaler zu gestalten. In den USA dürfen lesbische bzw. schwule Paare Kinder adoptieren, das gilt jedoch nur für wenige Staaten, da die entsprechende Gesetzgebung Sache der Bundesstaaten ist. Ähnlich gespalten ist die Lage in Europa: In Österreich ist die Adoption durch homosexuelle Paare nicht legalisiert, in Dänemark und Norwegen hingegen sehr wohl.

science.ORF.at

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