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Rekonstruktion eines Ammoniten

Die Wanderrouten der Ammoniten

Die Lebensgewohnheiten von Ammoniten, einst sehr häufige, seit 65 Mio. Jahren ausgestorbene Meeresbewohner, haben Wiener und Grazer Wissenschaftler erforscht. Ammoniten gehörten zu den sogenannten Kopffüßern, zu denen auch Kraken und Tintenfische zählen.

Meerestiere 18.06.2010

Sie lebten, wie der noch heute existierende Verwandte Nautilus, in teils riesigen, an Schneckengehäuse erinnernden Schalen.

Opfer des Meteoriten

Die Studie in "Earth and Planetary Science Letters": "Ontogeny and habitat change in Mesozoic cephalopods revealed by stable isotopes" von Alexander Lukeneder et al.

"Ammoniten zählen zu den bekanntesten fossilen Meerestieren", erklärten Alexander Lukeneder und Mathias Harzhauser vom Naturhistorischen Museums Wien (NHM) in einer Aussendung. Sie entstanden vor rund 400 Millionen Jahren, im Zeitalter des Devon. Ihre Blüte erlebten die Weichtiere aber erst im Erdmittelalter zwischen 250 bis 65 Millionen Jahren vor heute.

Gemeinsam mit einer Vielzahl von anderen Tieren starben sie am Ende des Erdmittelalters aus. Der Meteoriteneinschlag an der Wende von der Kreidezeit zur Erdneuzeit vor rund 65 Millionen Jahren, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen, war der letzte vernichtende Schlag für die Ammoniten.

Wanderung durch verschiedene Tiefen

Der Ammonit Cadoceras

A. Lukeneder, NHM

Ammonit Cadoceras

Die Forscher konnten nun erstmals zeigen, dass sich Ammoniten im Laufe ihres Lebens auf verschiedene Wassertiefen spezialisierten und unterschiedliche Lebensräume der Ur-Ozeane bewohnten. So konnten Wanderbewegungen vom Flachwasser ins Tiefwasser und umgekehrt nachgewiesen werden. Hauptursachen für die verschiedenen Wanderrouten und Entwicklungswege sehen die Paläontologen in die sexuellen Reife und den Reproduktions-Zyklen mit einhergehender Nahrungsumstellung.

Zu ihren Erkenntnissen kamen die Wissenschaftler, indem sie die Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotope der Ammonitenschalen analysierten. Diese Schalen wachsen während des gesamten Lebenszyklus eines Tieres und zeichnen dabei die vorherrschenden Isotopen-Verhältnisse des Meerwassers auf. Dadurch kann man auf Meerestemperaturen und Nahrungsangebot schließen.

science.ORF.at/APA

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