Standort: science.ORF.at / Meldung: "Kaffee, der Bienen und Bäumen hilft"

Kaffeepflanzen im mexikanischen Hochland

Kaffee, der Bienen und Bäumen hilft

Kaffeepflanzen, die im Schatten wachsen, begünstigen das Leben von einheimischen Bienen in tropischen Regionen. Dies wiederum nützt laut einer Studie der Biodiversität in diesen Gebieten. Die Insekten bestäuben nämlich auch die Bäume auf den Kaffeeplantagen und in angrenzenden Waldgebieten.

Biodiversität 27.07.2010

"Tropische Gebiet sind heute zunehmend fragmentiert, was dazu führt, dass einheimischen Pflanzen oft sehr isoliert wachsen. Das kann zu einer geringeren genetischen Vielfalt führen", so Christopher Dick, einer der Studienautoren von der University of Michigan. Die einheimischen Bienen könnten jedoch die Fruchtbarkeit und die Vielfalt wieder erhöhen.

Zur Studie in den "Proceedings of the National Academy of Sciences":
"Native bees mediate long distance pollen dispersal in a shade coffee landscape mosaic" von Shalene Jha und Christopher Dick.

Traditionelle Methode zum Artenschutz

In den letzten drei Jahrzehnten haben sich viele Kaffeebauern Lateinamerikas von traditionellen Anbauweisen abgewandt, bei welchen die Pflanzen unter einem Dach verschiedener Bäume gezogen werden. Um den Ertrag zu steigern, wächst Kaffee heute mehrheitlich unter der direkten Sonne. Die Bäume wurden entfernt oder ausgedünnt.

die tropische Baumart Miconia affinis

Shalene Jha, University of California, Berkeley

Miconia affinis

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass die traditionelle Methode die Biodiversität fördert, so sind sie etwa Heimstatt bestimmter Zugvögel oder Fledermäuse. Außerdem benötigt man dabei weniger Kunstdünger und Pestizide.

Bestäubung durch Vibration

In ihrer aktuellen Untersuchung haben die Forscher die Rolle der Bienen in den Hochländern des südlichen Chiapas in Mexiko näher beleuchtet. Diese befruchten auf der Suche nach Nektar auch Bäume. Dafür analysierten sie die genetische Vielfalt von Miconia affinis, eine kleine heimische Baumart, die viele Bauern nach wie vor wachsen lassen, da sie der Erosion entgegen wirkt.

Dieser Baum wird durch sogenannte Vibrationsbestäubung befruchtet. Dabei schütteln die Bienen durch Vibration die Pollen frei, nicht alle Bienen praktizieren diese Methode, jedoch die meisten heimischen Arten.

Beobachtungen und eine Analyse der Samen haben ergeben, dass Bäume auf Kaffeplantagen von vielfältigeren Pollen bestäubt wurden. Sie stammten von doppelt so vielen Spenderbäumen aus den angrenzenden Waldgebieten. Die Insekten verbinden die zwei Habitate, sie fliegen in den Plantagen auch häufig zweimal so weit als im Wald. Insgesamt führt dies laut den Forschern zu einer größeren genetischen Vielfalt bei den Nachkommen.

science.ORF.at

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