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Beschäftigung macht glücklich

Es gibt viele gute Gründe, sich aktiv zu beschäftigen, etwa um Geld zu verdienen oder Karriere zu machen. Eine Studie hat eine mögliche tiefere Motivation ausgemacht: Menschen verabscheuen Untätigkeit. Allerdings brauchen sie auch eine Rechtfertigung für ihre Geschäftigkeit.

Leben 30.07.2010

Menschen, die etwas zu tun haben, sind offensichtlich glücklicher als jene, die untätig herumsitzen, selbst wenn ihre Beschäftigung keinen Zweck hat.

Herumsitzen macht unglücklich

Die Studie in "Psychological Science": "Idleness Aversion and the Need for Justifiable Busyness" von Christopher K. Hsee et al.

Die Forscher rund um Christopher K. Hsee von der University of Chicago haben für ihre Studie zwei Experimente durchgeführt. Im ersten mussten die Probanden eine Umfrage ausfüllen, dann mussten sie 15 Minuten auf den nächsten Teil warten. In dieser Zeit konnten sie den Fragebogen entweder in einen nahe Briefkasten werfen oder in einen weiter entfernten. In diesem Fall wäre die Wartezeit verstrichen. In beiden Fällen erhielten sie zur Belohnung eine Süßigkeit.

Die meisten Teilnehmer entschieden sich für die erste Variante. Eine anschließende Befragung zeigte allerdings, dass jene, die hin- und hergelaufen waren, danach glücklicher waren.

In einer leicht abgewandelten Variante unterschieden sich die Süßigkeiten an beiden Orten. Interessanterweise wählten hier die meisten Teilnehmer den weiter entfernten Postkasten. Offenbar stellt die unterschiedliche Belohnung eine Motivation für den Weg dar oder rechtfertigt den Aufwand, wie die Forscher meinen. Glücklicher war auch hier die beschäftigte Gruppe.

Geschäftigkeit rechtfertigen

Im zweiten Experiment konnten die Teilnehmer nicht zwischen den langen und den kurzen Weg wählen, sondern wurden dazu eingeteilt. Auch in dieser Anordnung hatte die Beschäftigung positive Auswirkungen.

Laut Hsee sind Menschen prinzipiell lieber beschäftigt. Evolutionär betrachtet sollte aber jede Aufwendung von Energie sinnvoll sein. Daher suchen wir nach einer Rechtfertigung für den Aufwand. Möglicherweise dienen auch viele der behaupteten Ziele dazu.

science.ORF.at

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