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Frau mit Hygienemaske

WHO: Schweinegrippe-Pandemie zu Ende

Die WHO hat die Schweinegrippe-Pandemie für beendet erklärt. Das H1N1-Virus habe inzwischen einen Großteil des ursprünglichen Gefahrenpotenzials eingebüßt, sagte WHO-Chefin Margaret Chan. "Wir kommen nun in eine Phase nach der Pandemie."

H1N1 11.08.2010

Zuvor hatte eine Wissenschaftler-Gruppe die Herabstufung der Schweinegrippe vom höchsten Warnniveau empfohlen. Seit dem Ausbruch der Seuche im Frühjahr 2009 fielen dem Erreger nach WHO-Angaben mehr als 18.400 Menschen in etwa 200 Ländern zum Opfer.

Glimpflicher Verlauf

Ein 15-köpfiger "Notfall-Ausschuss" der Genfer UN-Behörde hatte sich für die Neueinstufung entschieden. Vermehrte Ausbrüche der Grippe außerhalb der normalen Saison würden derzeit nicht mehr beobachtet, sagte Chan zur Begründung.

Das H1N1-Virus hatte sich Anfang vergangenen Jahres zunächst vor allem in Mexiko und in den USA rasant ausgebreitet. Im Juni stufte die WHO die Seuche als eine globale Pandemie ein. Aus Sicht Chans verlief die Schweinegrippe insgesamt glimpflich. Es hätte sehr viel schlimmer kommen können, meinte die WHO-Chefin. "Dieses Mal hat uns schlichtweg viel Glück geholfen. Das Virus mutierte während der Pandemie nicht in zu einer tödlicheren Form."

Das Virus ist noch da

Der Umgang der Weltorganisation mit der Schweinegrippe war auf heftige Kritik gestoßen. So hieß es, die WHO habe überzogen reagiert, da das Ausmaß weitaus geringer war als zunächst angenommen. Inzwischen haben nicht nur die WHO selbst, sondern auch Experten diese Vorwürfe als nicht stichhaltig zurückgewiesen.

Chans Sonderberater Keiji Fukuda trat gestern erneut Vorwürfen entgegen, wonach viele WHO-Mitgliedstaaten durch verschiedene Pandemie-Definitionen aus Genf verunsichert worden seien. "Es gibt drei zentrale Dokumente, in denen die WHO Richtlinien zur Vorbeugung gegen Pandemien vorgeschlagen hat", erklärte er. Von der ersten Fassung 1999 über die zweite (2005) und dritte (2009) Version hätten sich "Beschreibungen" einzelner Grippe-"Phasen" womöglich geändert. Fukuda räumte ein, dass dies Verwirrung ausgelöst haben könnte.

Fukuda warnte eindringlich vor einer Verharmlosung des H1N1-Erregers. "Man kann sagen, dass die Länder auf der nördlichen Halbkugel das Gefühl haben, dass es jetzt vorbei ist. Aber auf der südlichen Halbkugel gibt es viele Diskussionen." Alle WHO-Staaten müssten wachsam bleiben: "Obwohl wir ein Ende der Pandemie haben, ist das Virus immer noch da."

science.ORF.at/APA/dpa

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