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Der Staat und der Mensch

"Wie viel Herrschaft braucht der Mensch?" Intellektuelle Betrachtungen zu dieser Frage präsentieren namhafte Kulturtheoretiker und Politiker heuer beim 14. Philosophicum Lech.

Philosophicum Lech 07.09.2010

Die Tagung in dem Vorarlberger Nobel-Skiort am Arlberg widmet sich von 22. bis 26. September 2010 den Aufgaben, Möglichkeiten und Grenzen des Staates. Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der mit 25.000 Euro dotierte Essay-Preis "Tractatus" vergeben.

Von Philosophie bis Literatur

Was ist der Staat, welche Funktionen können ihm überantwortet werden? Wo wird der Zugriff des Staats mit Recht als Zumutung empfunden? Auch als Nationalstaat, Sozialstaat und Überwachungsstaat wird das Gesellschaftsgebilde beleuchtet werden. Den Anfang der Veranstaltung bestreiten der wissenschaftliche Leiter Konrad Paul Liessmann und der Schriftsteller Michael Köhlmeier mit einem literarisch-philosophischen Vorabend, bei dem sich die Teilnehmer (auf 500 Personen beschränkt) auf das Thema einstimmen können.

Bei einem von Ingrid Thurnher geleiteten Impulsforum diskutieren am 23. September namhafte (Ex-)Politiker, etwa der ehemalige EU-Agrarkommissar Franz Fischler, Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ), der vormalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und EU-Energiekommissar Günther Oettinger zum Thema "Wie die Macht schmeckt". Zur Eröffnung wird unter anderen Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) erwartet.

Die Vorträge im Überblick

Nach einer Einführung Liessmanns startet der bekannte deutsche Historiker Christian Meier den dreitägigen Reigen an Vorträgen. Es folgen der Politikwissenschafter Herfried Münkler, die Europa-Forscherin Sonja Puntscher Riekmann, der Demokratie-Kritiker Hans-Hermann Hoppe und die Politologin Ulrike Ackermann sowie der Politikwissenschafter Wolfgang Fach und der Philosoph Rudolf Burger. Weiters sprechen der Soziologe Heinz Bude, der Rechtsphilosoph Christoph Möllers und der Philosoph Daniel Loick. Den Abschluss bildet Köhlmeiers Referat "Ohne Staat. Traum und Albtraum der Dichter".

Essay-Preis

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung ist die Preisverleihung der Essay-Auszeichnung "Tractatus" am 25. September. Der hoch dotierte Preis ging im Vorjahr an den Publizisten Franz Schuh. Die dreiköpfige Jury nominierte für die heurige Shortlist Kurt Flasch für "Kampfplätze der Philosophie", Michael Hampe für "Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück" sowie Martin Seels Werk "Theorien". Ebenfalls Hoffnungen machen dürfen sich Byung-Chul Han ("Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens"), Wolfgang Sofsky ("Das Buch der Laster") und Albrecht Wellmer ("Versuch über Musik und Sprache").

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