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Singvögel: Licht beeinflusst Liebesleben

Zu viel künstliches Licht beeinflusst das Liebesleben heimischer Singvögel. Großstadtlicht und Straßenbeleuchtung bringen das Paarungsverhalten von im Wald brütenden Singvögeln durcheinander.

Verhaltensforschung 17.09.2010

Das berichten Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes für Ornithologie in Seewiesen. Sie haben Amseln, Rotkehlchen, Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken entlang von Waldrändern beobachtet und den Einfluss der Lichtverschmutzung auf deren Brutzeiten untersucht.

Auswirkung auf Population unklar

"Wir haben bei den Vögeln in Straßennähe mehrere Effekte festgestellt: Die Weibchen legen früher ihre Eier und die Männchen beginnen morgens eher ihren Gesang", sagte der Vogelkundler Bart Kempenaers. Teilweise würden sie bis zu eineinhalb Stunden eher trällern.

Außerdem seien die frühen Sänger wesentlich erfolgreicher bei der Suche einer Partnerin zum Fremdgehen. Das ergaben zusätzliche Untersuchungen des Blaumeisen-Liebeslebens. Für die Studie beobachtete das Team um den Verhaltensökologen die Tiere während einer Brutperiode von etwa drei Wochen und an zwölf unterschiedlichen Standorten - die Hälfte dieser war künstlichem Licht durch Straßenlaternen ausgesetzt.

Ob diese Veränderungen des Paarungsverhaltens die Singvogelpopulationen positiv oder negativ beeinflussen, ist noch unerforscht. "Das müssen weitere Studien zeigen", sagte Kempenaers.

science.ORF.at/APA/dpa

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