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Ein etwas finster dreinblickender Makake

Brüste spielen bei Affen-Sex doch eine Rolle

Während leuchtend rote Hinterteile bei diversen Affenarten als weithin sichtbares Sexualmerkmal bekannt sind, ging man bisher davon aus, dass Brüste und Brustwarzen bei unseren nächsten Verwandten in dieser Hinsicht keine Rolle spielen. Japanmakaken haben sich nun als die Ausnahme der Regel erwiesen.

Biologie 05.10.2010

Wie Wissenschaftler um Bernhard Wallner vom Department für Anthropologie der Universität Wien herausgefunden haben, intensiviert sich bei Weibchen dieser Affenart zum Zeitpunkt der möglichen Befruchtung die Rötung der Brustwarzen, was als Fruchtbarkeitssignal gilt.

Die Studie:

"Non-lactating versus lactating females: a comparison of sex steroids, sexual coloration, and sexual behavior in Japanese macaques" von Bernhard Wallner et al. ist in der Fachzeitschrift "Primates" erschienen.

Verhaltenswechsel je nach Jahreszeit

Im Gegensatz zu Menschen sind Affenweibchen nicht das ganze Jahr fruchtbar. Die Paarungszeit der Japanmakaken ist zwischen Herbst und Winter. Während dieser Periode gehen die ansonsten in großen Gruppen lebenden Tiere kurze Paarbeziehungen ein, wobei die Weibchen mit verschiedenen Partnern hintereinander liiert sein können.

Die Jungen kommen im darauffolgenden Frühling auf die Welt. Während der Stillzeit sind die Mütter in der nächsten Fortpflanzungsperiode nicht befruchtungsfähig.

Wallner hat mit Kollegen am "Affenberg Landskron" in Kärnten, wo sich 131 Exemplare fast wie in freier Natur bewegen, Gesichter, Gesäße und Brustwarzen auf ihre Funktion als Sexualmerkmale untersucht und dazu Unterschiede zwischen stillenden und nicht stillenden Weibchen zu verschiedenen Zeitpunkten des Jahres analysiert.

Farbveränderung der Brustwarzen für "Feintuning"

Es zeigte sich, dass das Gesäß von nicht stillenden Weibchen sich bereits gegen Ende der sexuell nicht aktiven Phase intensiver rot zu verfärben beginnt, gleichzeitig verändern sich bestimmte Hormonspiegel der Affenmädchen. Die intensive Rotfärbung bleibt dann während der sexuell aktiven Phase bei den empfängnisbereiten Tieren erhalten.

Während sich die Gesichtsfärbung im Zusammenhang mit Sexualität kaum verändert, stellten die Wissenschaftler bei der Färbung der Brustwarzen Unterschiede fest. So nimmt die Intensität der Rötung zum Zeitpunkt der möglichen Befruchtung bei den nicht stillenden Weibchen zu.

"Zusammen mit dem Signal des dauerhaft roten Gesäßes während der sexuell aktiven Phase ermöglicht die Färbung der Brustwarzen den Männchen eine Art 'Feintuning'", erklärte Wallner.

Attraktive sekundäre Geschlechtsmerkmale

Die durch die Geburt hervorgerufenen physiologischen Veränderungen unterdrücken die Abgabe des Sexualhormons Östradiol - eines der wichtigsten natürlichen Östrogene - und verhindern den Eisprung. Bei Weibchen in fruchtbaren Zyklen verändert sich durch Östradiol die Rötung von Gesicht, Gesäß und Brust.

Bis zum Zeitpunkt des Eisprungs nimmt die Farbintensität durch gesteigerte Hormonkonzentration kontinuierlich zu. Diese Hautareale sind daher attraktive sekundäre Geschlechtsmerkmale. Nach dem Eisprung und/oder erfolgreicher Geburt verblassen die Rötungen wieder.

science.ORF.at/APA

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