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Komet in Großaufnahme

"Deep Impact" begegnet "Hartley 2"

Am 4. November wird laut NASA-Forschern ein einmaliges Rendevouz im Kosmos stattfinden: An diesem Tag soll die Sonde "Deep Impact" in nur 700 Kilometern Entfernung am Kometen "Hartley 2" vorbeifliegen.

Komet 27.10.2010

Ziel der Mission: Sie soll Aufschlüsse über die Beschaffenheit des Schweifstern-Kerns und über die Ursprünge des Sonnensystems gewinnen.

"Wir sind alle sehr aufgeregt", sagte Projektmanager Tim Larson am Dienstag. Es sei erst das fünfte Mal, dass eine Raumsonde nahe genug an einen Schweifstern herankomme, um Bilder vom Kern zu schießen, hieß es. "Hartley 2" sei mit knapp einem Kilometer Größe recht klein, aber sehr aktiv.

64.000 Kometenportraits

Ö1-Sendungshinweis

Komet Hartley Two kommt der Erde nahe, "Wissen aktuell", Dienstag, 19. Oktober 2010, 13:55 Uhr

Die Forscher hatten bereits Anfang September während des Anflugs auf den 1986 entdeckten Kometen damit begonnen, Aufnahmen von ihm zu sammeln - am Ende sollen es mehr als 64.000 Bilder werden. Insgesamt gut elf Wochen lang soll die Sonde den Schweifstern genau unter die Lupe nehmen - laut US-Weltraumbehörde die beste, dauerhafte Betrachtung eines Kometen, die es je gegeben habe. Zum Einsatz kommen zwei Teleskope mit digitalen Farbkameras und ein Infrarot-Spektrometer, um den staubigen, eisigen Kometen zu beäugen.

Neuer Auftrag für "Deep Impact"

Die Begegnung wird in rasendem Tempo stattfinden: "Deep Impact" soll am 4. November gegen 15.00 Uhr MEZ (07.00 Uhr US-Pazifik-Zeit) mit mehr als 43.000 Kilometern pro Stunde an dem Kometen vorbeiflitzen. Nach dem Rendezvous sammelt die Sonde noch rund drei Wochen weiter Daten. "Deep Impact" hatte bereits vor fünf Jahren für Schlagzeilen gesorgt: Damals war von der Sonde aus ein Projektil auf den Kometen "Tempel 1" geschossen worden. So wollten Forscher Erkenntnisse über das Innenleben gewinnen. Nach der Mission sei das "Mutterschiff" noch "in guter Form gewesen", sagte Larson. Deshalb habe man einen neuen Auftrag für die Sonde ersonnen.

Weil Kometen viel Zeit abseits der Sonne verbringen, ist ihre Zusammensetzung laut NASA durch die Kälte noch recht unverändert - eine Fundgrube für Wissenschaftler. "Kometen sind Überbleibsel der Konstruktionsphase unseres Sonnensystems", erläutert Forscher Sebastien Besse. "Diese Vorbeiflüge helfen uns zu verstehen, was vor viereinhalb Milliarden Jahren geschah", sagt Lori Feaga, von der Deep Impact/EPOXI-Mission.

science.ORF.at/dpa

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