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Drogen zerstören Netzwerke im Gehirn

Untersuchungen an Gehirnen von 200 Drogentoten zeigen: Drogen können komplexe Netzwerke von Nerven und Blutgefäßen zerstören oder sie zumindest schwer schädigen.

Neurologie 29.10.2010

Die Studie belege, dass Drogenkonsum über einen längeren Zeitraum zur vorzeitigen Degeneration des Gehirns führt, sagte der Rostocker Rechtsmediziner Andreas Büttner. Bisher lagen solch umfangreiche Daten nur aus Tierexperimenten vor.

Zerstörte Leitungsbahnen

Die Forscher der Universität Rostock fanden unter anderem heraus, dass Nervenzellen bei den Betroffenen abgestorben waren und die Zahl der Verschaltungen zwischen Nervenzellen abgenommen hatte. Viele Leitungsbahnen seien völlig zerstört gewesen. "Blutgefäße wiesen Veränderungen des vorzeitigen Alterns auf", sagte Büttner.

Auffallende Gedächtnisprobleme

Büttner kritisierte, dass Cannabis (Haschisch und Marihuana) bei Jugendlichen oft "zur Grundversorgung" gehöre, dabei sei dies eine gefährliche Einstiegsdroge. Bei bestimmten Personen könnten durch Drogenkonsum Psychosen ausgelöst werden. Meist bleibe es nicht bei einer Droge, sie werde kombiniert mit Alkohol oder noch stärkeren Mitteln genommen. "Die Betroffenen geraten dann in einen Teufelskreis der Drogensucht", sagte Büttner. Es sei auffallend, dass Menschen mit Drogenkonsum Gedächtnisprobleme hätten und die geistige Leistungsfähigkeit generell abnehme. Dies könne durch die Rostocker Studie ebenfalls belegt werden.

Alarmierend sei, dass bei knapp 2.800 in diesem Jahr untersuchten Blutproben von Kraftfahrern bei gut 22 Prozent der Drogentest positiv ausgefallen sei. Diese Autofahrer fielen durch ihr Fahrverhalten auf, seien zu schnell und risikoreich oder unkonzentriert gefahren. Ihre Feinmotorik sei beeinträchtigt. Büttner forderte für Polizisten spezielle Schulungen für die Drogenerkennung im Straßenverkehr.

science.ORF.at/dpa

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