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Studenten sitzen im Hörsaal

Absolventen: Nur 16,5 Prozent jünger als 24

Die Familienbeihilfe soll künftig nur noch bis zum 24. Geburtstag ausbezahlt werden, weil - zumindest nach Meinung der Regierung - mit diesem Alter ein Erststudium abgeschlossen sein sollte. Bisher gelingt dies aber nur jedem sechsten Studenten.

Universität 04.11.2010

Das zeigt eine Statistik des Wissenschaftsministeriums. Im Studienjahr 2008/09 haben demnach 22.162 Studenten an einer Universität ihr Studium abgeschlossen (Erstabschluss). Davon waren 3.660 bzw. 16,5 Prozent jünger als 24 Jahre.

In Zukunft jüngere Absolventen

Ein weiteres Viertel (6.006 bzw. 27,1 Prozent) schaffte den Abschluss mit 24 oder 25 Jahren - also vor Ende der derzeitigen Bezugsdauer der Familienbehilfe, die bisher bis zum 26. Geburtstag ausbezahlt wurde. Das Gros der Absolventen (9.700 bzw. 44 Prozent) war älter als 25 Jahre.

Allerdings waren 2008/09 zahlreiche Studien noch nicht lange auf das neue System mit Bachelor- und Masterabschlüssen umgestellt, sodass in den folgenden Jahren mit einem Anstieg von jüngeren Absolventen zu rechnen ist. Mittlerweile sind 83,6 Prozent der Studien (810 von 969) an den Unis als Bachelor- bzw. Masterstudien eingerichtet.

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Früher Abschluss oft unmöglich

Allerdings gibt es nach wie vor zahlreiche Studien, wo man den Abschluss bis 24 Jahren nicht oder nur schwer schaffen kann - etwa wenn man aufgrund des Besuchs einer berufsbildenden höheren Schule erst mit 19 maturiert oder seinen Präsenz- bzw. Zivildienst vor der Uni ableisten. So haben die Studien Human-, Zahn- und Veterinärmedizin eine Regeldauer von zwölf Semestern, also sechs Jahren. Ingenieurwissenschaftliche Studien wie Mechatronik, Werkstoffwissenschaften oder "Wirtschaftsingenieurwesen - Technische Chemie" sind in minimal zehn Semestern zu bewältigen.

Auch viele andere Ingenieur- und Naturwissenschaftliche haben als Diplomstudium zehn Semester Mindeststudiendauer. Zum Teil werden sie allerdings bereits als Bachelor- und Masterstudium angeboten, der Erstabschluss ist dann bereits nach sechs Semestern zu erreichen. Dazu zählen u.a. Architektur, Elektrotechnik, Informatik, Chemie, Mathematik oder Physik. Auch zahlreiche künstlerische Studien haben eine deutlich längere Regelstudiendauer, sofern sie noch nicht auf Bachelor und Master umgestellt wurden, etwa Gitarre, Orgel oder Violine mit 16 Semestern Mindeststudiendauer.

Doch diese Regelstudienzeiten sind graue Theorie, in der Praxis studiert man üblicherweise deutlich länger. So lag die durchschnittliche Studiendauer für ein Bachelorstudium 2007/08 (letzte verfügbare Daten) bei 7,7 Semestern, für ein Diplomstudium bei 12,3 Semestern.

science.ORF.at/APA

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