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Bau des James Webb Telescope

Hubble-Nachfolger in der Finanzklemme

Die NASA hat sich anscheinend gründlich verkalkuliert: Ihr neues, mit allen technischen Schikanen ausgerüstete James Webb Space Telescope wird weitaus teurer als ursprünglich geplant. Als Folge könnte sich der für Juni 2014 geplante Start um 15 Monate oder mehr verzögern.

Raumfahrt 11.11.2010

So heißt es im Untersuchungsbericht einer unabhängigen Arbeitsgruppe, der gestern veröffentlicht wurde. Grund für das Problem sind demnach Fehler bei der Budgetplanung und beim Projektmanagement der US-Raumfahrtbehörde.

Deutlich teurer

Das Infrarot-Observatorium ist als Nachfolger des Hubble-Teleskops gedacht, neben der NASA sind auch Europäer und Kanadier beteiligt. So soll eine Ariane-5-Rakete der Europäischen Raumfahrt-Agentur (ESA) das neue Teleskop ins All befördern.

Die Arbeitsgruppe war im Juni auf Drängen der demokratischen US-Senatorin Barbara Mikulski eingesetzt worden, um die Hintergründe der sich abzeichnenden Kostenexplosion und Produktionsverzögerungen zu untersuchen. Ihr Ergebnis: Das Teleskop wird mindestens 6,5 Milliarden Dollar (4,72 Mrd. Euro) kosten - 1,4 Milliarden Dollar mehr als bisher im Etat eingeplant.

Und sogar ein auf September 2015 verschobener Start wäre nur dann möglich, wenn die NASA in den nächsten zwei Jahren jeweils zusätzliche rund 200 Millionen Dollar lockermachen würde, stellt das Gremium fest. Vertreter der NASA räumten ein, dass es angesichts der schwachen US-Wirtschaft schwer sein werde, den Kongress zur Bewilligung zusätzlicher Mittel zu bewegen. Aber alle Möglichkeiten, so auch innerhalb des Teleskop-Programmes selbst, würden ausgeschöpft, um einen Start des Observatoriums sicherzustellen.

science.ORF.at/APA/dpa

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