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Physiker machen Ereignisse "unsichtbar"

Britische Forscher haben eine Tarnkappe entwickelt, von der Bankräuber träumen. Mit der neuartigen elektromagnetischen Tarnung können sie Ereignisse für kurze Zeit "unsichtbar" machen.

Optik 17.11.2010

Zeitfenster im Lichtstrahl

Bereits existierende technologische Tarnmäntel lenken Licht- oder Schallwellen ab, um Gegenstände verschwinden zu lassen. Um Ereignisse unsichtbar zu machen, muss man laut den Physikern rund um Martin McCall vom Imperial College in London jedoch in die Zeit eingreifen. Für ihre neue Entwicklung erzeugten sie eine Art Zeitfenster in einem Lichtstrahl. Dazu schickten sie zuerst Licht durch ein Glasfaserkabel.

Mit Hilfe eines Lasers "injizierten" sie danach zusätzliches Licht. Die größere Helligkeit führt paradoxerweiser dazu, dass sich die Geschwindigkeit verlangsamt. Denn der Brechungsindex, mit dem gemessen wird, wie schnell Licht das Material durchdringt, verändert sich mit der Helligkeit.

So entsteht ein "Zeitloch" in der Beleuchtung, in welche das Signal, das versteckt werden soll, eingebracht werden kann. Dieses werde danach wieder geschlossen und alle Spuren der Aktivität würden darin verschwinden.

Zur Studie:

"A spacetime cloak, or a history editor" von Martin McCall et al.

Im Bereich von Nanosekunden

Den Forschern zufolge würde es eine etwas modifizierte Anwendung der Technik einem Einbrecher ermöglichen, unbemerkt einen Safe zu knacken, während die Überwachungskamera einen leeren Raum und einen geschlossenen Safe zeigt.

Bis es soweit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern, denn noch sind die erzeugten Zeitlöcher sehr klein. Bei der Verwendung von neun Kilometer langen Glasfaserleitungen konnten die Forscher eine Tarnmöglichkeit für fünf Nanosekunden - Milliardstel Teile einer Sekunde - rausholen.

science.ORF.at

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