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Auge

Stammzellen sollen Augenleiden heilen

Das Augenleiden Morbus Stargardt könnte mit Hilfe embryonaler Stammzellen behandelt werden, glauben US-Forscher. Nach vielversprechenden Ergebnissen bei Ratten und Mäusen darf das Verfahren jetzt erstmals auch an Menschen getestet werden.

Medizin 23.11.2010

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA gab nach langem Zögern ihre Zustimmung, teilte das Biotech-Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) am Montagabend mit.

Bisher keine Therapie

Morbus Stargardt ist eine erbliche Netzhaut-Degeneration, die meist im Alter von 10 bis 20 Jahren einsetzt und das Sehvermögen fortschreitend einschränkt. Bisher gibt es keine Therapie, die die Krankheit aufhalten würde.

Unter dem Begriff Makula-Degeneration sind mehrere Erkrankungen zusammengefasst, die die Makula lutea, den "Punkt des schärfsten Sehens", auch Gelber Fleck genannt, der Netzhaut angreifen.

"Bei Ratten brachten die Stammzellen eine hundertprozentige Besserung im Vergleich zu nicht behandelten Tieren", erklärte der Chef-Forscher von ACT, Robert Lanza. Auch Mäuse hätten die "fast normale Funktion" ihrer Augen zurückerlangt.

"Jetzt hoffen wir, dass wir ähnliche Erfolge bei Patienten mit unterschiedlichen Formen der Makula-Degeneration erzielen."

Test an zwölf Personen

Das Verfahren, das Pigmentepithelzellen aus den Stammzellen menschlicher Embryonen gewinnt, wird zunächst nur an zwölf erblindeten Patienten getestet. Sie leiden an einem fortgeschrittenen Stadium von Morbus Stargardt und erwarten nicht, dass sie nach der Behandlung wieder sehen können.

Vielmehr geht es um die Überprüfung der Sicherheit des Verfahrens, um es später möglicherweise bei jüngeren Patienten anwenden zu können, damit diese erst gar nicht blind werden. An der Krankheit leiden etwa 25.000 Menschen in den USA.

ACT hat auch einen Antrag gestellt, um die Erlaubnis für einen Test bei sogenannter altersbedingter Makuladegeneration zu erhalten; von dieser Augenkrankheit sind rund 30 Millionen Menschen in den USA und Europa betroffen.

science.ORF.at/APA/AFP

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