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Gläserner Kopf

Das Gehirn lernt schnell

Wenn wir eine Fremdsprache erlernen, macht Übung buchstäblich den Meister. Um sich ein neues Vokabel einzuprägen, muss man es laut einer Studie britischer Forscher nur 14 Minuten lang wiederholt hören.

Neurowissenschaft 15.12.2010

In diesem Zeitraum bildet sich in unserem Hirn ein stabiles Netzwerk an Nervenzellen, welches das neue Wort repräsentiert und von bestehenden Netzen nicht zu unterscheiden ist, berichtet ein Team um den Neurowissenschaftler Yury Shtyrov von der Universität Cambridge.

14 Minuten, 160 Wiederholungen

Die Studie:

"Rapid Cortical Plasticity Underlying Novel Word Learning" von Yury Shtyrov und Kollegen erscheint am 15.12. im "Journal of Neurosciences".

Für ihre Studie haben sie die Gehirnaktivität von16 Freiwilligen gemessen: einerseits beim Hören bekannter Wörter, andererseits beim Erlernen zufällig ausgewählter, neuer Wörter. Nach einer knappen Viertelstunde bzw. 160 Wortwiederholungen waren die Aktivitätsmuster nicht mehr voneinander zu unterscheiden.

"Wir wissen nun, dass selbst ein wenig Übung zu Änderungen im Gehirn führen kann", sagt Yury Shtyrov. Dies könne sich auch auf die Behandlung von Schlaganfall-Patienten mit eingeschränkter Sprechfähigkeit auswirken. "Die Rehabilitation könnte schneller werden, wenn sie direkt an der Fähigkeit des Gehirns, schnelle Erinnerungsspuren zu schaffen, ansetzen würde."

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