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Hände, die in Gebärdensprache "sprechen"

Deutschland: Gebärdensprach-Uni geplant

Gehörlose möchten in Deutschland eine eigene Universität gründen. Die Einrichtung in Bad Kreuznach (Rheinland-Pfalz) wäre die erste in Europa und die zweite Hochschule dieser Art weltweit. Bisher kann man nur in den USA an der Gallaudet University in Washington, D.C., in der Gebärdensprache studieren.

Universität 21.12.2010

Ein Trägerverein ist für das Sammeln der Geldspenden zuständig, insgesamt werden rund 100 Millionen Euro benötigt. Eröffnen soll die neue Uni im Jahr 2013. Im ersten Schritt wird es eine private Spezialuniversität sein, Ziel sei aber die Verstaatlichung und europäische Anerkennung, erklärt Ingo Barth, Vorsitzender des Trägervereins.

Sowohl taube als auch hörende Studenten, Dozenten und sonstige Mitarbeiter sollen an der Uni studieren, lehren und arbeiten - eines ist ihnen jedoch allen gemeinsam: das Benutzen der Deutschen Gebärdensprache (DGS). Beginnen soll es mit rund 300 Studenten. Die Kapazitäten reichen im Idealfall jedoch für bis zu 2.000 Studienplätze - ähnlich wie in Washington.

Problem Dolmetscher

"Gehörlose Studenten sind aktuell auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen. Diese zu organisieren ist kein leichtes Unterfangen", beschreibt Andreas Bittner vom Deutschen Gehörlosen-Bund in Berlin den hohen Aufwand parallel zum Studium. Daher begrüßt der Verband die Einrichtung einer Gebärdensprach-Universität und ist selbst eines der Gründungsmitglieder des Trägervereins.

Angeboten werden sollen alle Fächer von Jura bis zur Tiermedizin. Erst als Bachelor-Studiengang, später auch als Master. "Wir planen, mit mindestens zwei Fakultäten zu starten, darunter Sprach- und Sozialwissenschaften", erklärt Barth. Doch die Planungen reichen noch weiter: "Es soll ein Sign-Language Zentrum geben, an dem Gebärdensprachen gelehrt werden. Ideal wäre auch ein Media Zentrum, das Sendungen in Gebärdensprache ausstrahlt."

Derzeit gibt es nach Schätzungen von Ingo Barth und dem Deutschen Gehörlosen-Bund rund 100 gehörlose Studenten in Deutschland.

science.ORF.at/dpa