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Torfmoss mit Sporenbehältern

Alle Pflanzen dieser Welt

Zur Krönung des Internationalen Jahres der Biodiversität haben britische und US-amerikanische Botaniker erstmals eine vollständige Liste aller bekannten Pflanzen der Welt erstellt.

Datenbank 29.12.2010

Die im Internet einzusehende Datenbank "theplantlist.org" enthält mehr als eine Million Pflanzennamen. 300.000 davon gelten als allgemein akzeptierte Arten. Die Liste soll Forschern unter anderem in der Pharmaindustrie und der Landwirtschaft dienen.

Der längste Eintrag lautet "Ornithogalum adseptentrionesvergentulum" - diese Pflanze gehört zu einer Gruppe von Arten, zu der etwa auch die Blume "Stern von Bethlehem" gehört. Der kürzeste Name ist "Poa fax", eine violette Blume aus Westaustralien.

Wider das "ineffiziente Chaos"

Ziel sei es, Ordnung in einen rund hundert Jahre alten Dschungel verschiedener, oft widersprüchlicher und fehlerhafter Verzeichnisse zu bringen, heißt es in einem Beitrag der britischen Gesellschaft Britain's Royal Botanic Gardens (RBG). Ohne präzise Bezeichnungen für alle Pflanzen drohe die globale Kommunikation in einem "ineffizientes Chaos" zu versinken. Das koste viel Geld und könne sogar Menschenleben gefährden, wenn Pflanzen fälschlicherweise zur Nahrung oder in der Medizin verwendet würden.

Ö1-Sendungshinweis:

Jahresrückblick Biodiversität in "Wissen aktuell", 24. Dezember 2010, 13.55 Uhr.

Die Idee zu der Einheitsliste wurde 1999 auf einem internationalen Botanikerkongress geboren. Dessen Teilnehmer forderten ein "präzises Verzeichnis aller Pflanzen", das nicht zuletzt für die Rettung gefährdeter Arten notwendig sei. An der Arbeit waren Botaniker der berühmten Kew Gardens in London und des Botanischen Gartens in der amerikanischen Stadt St. Louis (Missouri Botanical Garden) beteiligt. Dessen Direktor Peter Wyse Jackson sprach von einem "richtig großen Schritt nach vorne". Erstmals gebe es nun ein Inventar aller weltweit bekannten Pflanzen.

science.ORF.at/AFP

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