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Erwin Schrödinger als Student

Vor 50 Jahren starb Erwin Schrödinger

Erwin Schrödinger hat 1926 mit der sogenannten Wellenmechanik das theoretische Fundament der Quantenphysik gelegt. Dafür wurde er 1933 mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Am 4. Jänner jährt sich der Todestag des österreichischen Physikers zum 50. Mal.

Todestag 04.01.2011

Eine Gleichung erobert die Welt

Seine entscheidenden Arbeiten machte Erwin Schrödinger in den 1920er Jahren in Zürich. An der dortigen Universität hatte er von 1921 bis 1927 den Lehrstuhl für Theoretische Physik inne. Inspiriert von den Arbeiten des französischen Physikers Louis de Broglie, der mit seiner Dissertation über die Wellennatur des Elektrons zeigte, dass der Welle-Teilchen-Dualismus nicht nur für Photonen gilt, sondern ein Wesensmerkmal aller Materie ist, schuf Schrödinger eine völlig neue Mechanik: die Quantenmechanik, die plötzlich auch die Bewegungsvorgänge innerhalb der Atome erklären konnte.

Das Herzstück seiner Arbeit ist die sogenannte Schrödingergleichung, die heute nicht nur Schrödingers Stele im Arkadenhof der Universität Wien, sondern auch sein Grabkreuz im Tiroler Bergdorf Alpbach ziert. Diese Gleichung ist das Fundament für nahezu alle praktischen Anwendungen der Quantenmechanik, mit ihr gelang und gelingt es, viele Eigenschaften von Atomen, Molekülen und Festkörpern zu erklären.

Gedankenexperiment: Die Katze in der Kiste

Auch eines der berühmtesten Gedankenexperimente entstand aus der Quantenmechanik: "Schrödingers Katze". Mit ihr wollte Schrödinger 1935 zeigen, was passiert, wenn man die quantenmechanische Wellenfunktion auf makroskopische Objekte überträgt. Dann könnte bei entsprechender Versuchsanordnung auch eine Katze in einem sogenannten Zustand der Überlagerung - und demnach sowohl lebendig als auch tot - sein.

Schrödinger, der am 12. August 1887 in Wien als Sohn eines Wachstuchfabrikanten geboren wurde und an der Uni Wien Physik studiert hatte, war vor seiner Zeit in Zürich bereits in Wien, Jena, Stuttgart und Breslau tätig gewesen und hatte auch im Ersten Weltkrieg gekämpft. Seine Arbeiten zur Quantenmechanik machten ihn in der physikalischen Welt mit einem Schlag berühmt. 1927 erhielt er einen Ruf an die Humboldt-Universität Berlin, wo er Max Planck am Lehrstuhl für Theoretische Physik nachfolgt. Zu dieser Zeit war Berlin eine Hochburg der Physik und Schrödinger fühlte sich wohl.

Nobelpreis und Emigration

Zitate:

"Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding."

"Wenn es doch bei dieser verdammten Quantenspringerei bleiben soll, so bedaure ich, mich mit der Quantentheorie überhaupt beschäftigt zu haben."

Doch schon bald bereitet dem Freigeist die politische Entwicklung Unbehagen, aus seiner Ablehnung des Nationalsozialismus hatte er nie ein Hehl gemacht. 1933 ging er deshalb an das Magdalen College der Universität Oxford. Im selben Jahr nahm er gemeinsam mit Paul Dirac den Physik-Nobelpreis entgegen. 1936 wechselte der Physiker an die Uni Graz, doch 1938 wurde seine persönliche Situation durch eine Hausdurchsuchung und Verhöre immer unerträglicher.

Er ging zunächst wieder nach Oxford und wechselte 1940 an das neu gegründete Institute for Advanced Studies in Dublin (Irland), wo er Direktor der School of Theoretical Physics wurde. 16 Jahre arbeitete Schrödinger dort und machte Dublin zu einem Zentrum für theoretische Physik. 50 Publikationen entstanden in diesen Jahren, bei seiner Suche nach einer einheitlichen Feldtheorie, die die Phänomene der Gravitation und des Elektromagnetismus erklärt, blieb ihm der Erfolg allerdings versagt.

Dafür entstand in dieser Zeit sein Buch "Was ist Leben?", in dem er 1944 ein wesentliches Konzept der modernen Biologie entwickelte: die Idee des genetischen Codes. Mit mehr als 100.000 verkauften Exemplaren sollte dies das meistverbreitete Werk des Physikers werden.

Webtipp:

Online-Ausstellung über Erwin Schrödinger von der Zentralbibliothek für Physik der Uni Wien.

Die Kontakte in seine alte Heimat hat Schrödinger nie abreißen lassen. 1950 war er Gastprofessor an der Uni Innsbruck und auch das Europäische Forum Alpbach besuchte er regelmäßig. 1956 entschloss sich der Wissenschaftler, nach Österreich zurückzukehren und übernahm eine speziell für ihn eingerichtete Lehrkanzel an der Universität Wien. Doch Schrödingers Gesundheit war angegriffen, 1960 wurde Alterstuberkulose diagnostiziert. Schrödinger zog sich nach Alpbach zurück, wo er am 4. Jänner 1961 starb und auch begraben wurde.

science.ORF.at/APA

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