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Hai unter Wasser

Haie sind farbenblind

Haie sind höchstwahrscheinlich farbenblind. Das haben australische Forscher bei der Untersuchung der Netzhaut von 17 Hai-Arten herausgefunden. Demnach verfügen viele Hai-Augen nur über Stäbchenzellen. Diese können nicht zwischen Farben unterscheiden.

Studie 19.01.2011

Einige Hai-Augen besitzen einen einzigen Zapfenzellentyp für langwelliges Licht auf der Netzhaut. Um Farben zu sehen, braucht das Auge in der Regel aber mehrere Typen von Zapfenzellen. Haie sind laut den Forschern deshalb wahrscheinlich vollständig farbenblind.

Haischonende Fanggeräte

"Diese neuen Forschungsergebnisse über die 'Sehweise' von Haien könnten dazu beitragen, Angriffe auf Menschen zu verhindern und die Entwicklung von Fanggerät zu unterstützen, umso den Hai-Beifang in der Langleinenfischerei zu reduzieren", erklärte Forschungsleiter Nathan Scott Hart von der University of Western Australia.

Der Kontrast eines Objektes gegenüber der Umgebung sei für Haie wahrscheinlich wichtiger als die Farbe. "Dies könnte uns dabei helfen, Langleinenfischereiköder zu entwickeln, die für Haie weniger attraktiv sind, wie auch Badebekleidung und Surfbretter, die für Haie einen geringeren sichtbaren Kontrast besitzen und deshalb weniger anziehend auf sie wirken", erklärte Hart.

Die Wissenschaftler untersuchten die Netzhäute von 17 Hai-Arten. Bei allen wurden Stäbchenzellen gefunden. Bei sieben Arten war zusätzlich jeweils ein einziger Zapfenzellentyp für langwelliges Licht vorhanden. Viele Meeressäuger - Wale, Delfine und Robben - besitzen dem Bericht zufolge ebenfalls nur einen einzigen, grün-empfindlichen Zapfentyp. Rochen und Seekatzen, die eng mit den Haien verwandt sind, könnten hingegen begrenzt Farben erkennen.

science.ORF.at/APA/dpa

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