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Jad Vaschem erweitert Onlinearchiv

Knapp vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner hat die Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem ihr Online-Archiv massiv erweitert. Mit Hilfe des Internetriesen Google wurden Fotografien und Dokumente aus dem Archiv der Gedenkstätte neu digitalisiert.

Linktipp 26.01.2011

Dank der Nutzung experimenteller Schrifterkennungssoftware sei nun die schriftliche Information auf den Dokumenten per Volltextsuche durchsuchbar, teilte Google mit. Am Mittwoch gingen die ersten 130.000 Bilder online.

Bessere Suchmöglichkeiten

Zwar waren auch bisher große Teile des Jad-Vaschem-Archivs online abrufbar, doch durch das neue Projekt können Nutzer gezielt auch die Inhalte der Dokumente durchsuchen - beispielsweise Notizen auf Fotos.

Außerdem können Nutzer nun selbst zu dem Archiv beitragen. Durch interaktive Elemente können sie ihre eigenen Geschichten, Kommentare und Dokumente zu Familienangehörigen, die im Archiv auftauchen, beitragen.

Zusammenarbeit mit Google

"Wir konzentrieren uns darauf, neue innovative Wege zu finden, um die enorme Datenmenge in unseren Archiven für eine globale Zielgruppe zugänglich und durchsuchbar zu machen", sagt Avner Shalev, Vorsitzender von Jad Vaschem.

Auch schwer auffindbare Dokumente sollen über die neue Internet-Präsenz nun durchsuchbar sein. Für die Digitalisierung hat Google eine optische Zeichenerkennungstechnologie eingesetzt.

"Wir sehen die Digitalisierung als eine große Chance, wichtige Materialien auszutauschen und zu verbreiten, die in Archiven aufbewahrt werden", sagte Yossi Matias, Direktor von Googles Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel.

Wissen zugänglich machen

Ö1 Sendungshinweis:

Über den Holocaust-Gedenktag am 27.1. berichten die Ö1 Journale.

Zwar könnten diese Funktionen auch für antisemitische Kommentare missbraucht werden, räumte Shalev ein. Doch der Nutzen für die Vermittlung von Informationen über ihre Vorfahren an die folgenden Generationen überwiege das Risiko, meinte er.

"Das ist unser Teil der Vision; das Wissen und die Informationen von Jad Vaschem mit neuer Technologie zu verknüpfen und sie der Jugend zugänglich zu machen", sagte er.

YouTube-Kanal auf Farsi

Mit dem Projekt erweitert Jad Vaschem seinen ohnehin umfangreichen Internetauftritt einen Tag vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag um einen weiteren Baustein.

Erst kürzlich startete die Gedenkstätte einen YouTube-Kanal auf Farsi, um Iraner über den Massenmord an sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs aufzuklären.

Das nächste große Projekt der Gedenkstätte soll die Digitalisierung von Berichten von Holocaust-Überlebenden sein.

science.ORF.at