Standort: science.ORF.at / Meldung: "Masern: Impfpuder erfolgreich getestet"

Eine vom Masern-Virus infizierte Zelle

Masern: Impfpuder erfolgreich getestet

Die Masern sollten zumindest in Europa längst ausgerottet sein. Mit diesem Ziel für 2010 ist die Weltgesundheitsorganisation gescheitert. Weltweit könnte ein "Impfpuder" künftig vor der Krankheit schützen. US-Forscher berichten von ersten erfolgreichen Versuchen.

Infektionen 01.02.2011

Trotz guter Impfmöglichkeiten erkranken weiterhin jährlich europaweit tausende Kinder an Masern. Allein in Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin 777 Fälle der Viruserkrankung für 2010 registriert, im Jahr 2009 waren es 571.

In Österreich gab es den letzten großen Ausbruch im Jahr 2008, als fast 500 Erkrankungen nach dem Ausbruch von Masern an einer Schule in Salzburg registriert wurden. 74 Patienten oder fast 17 Prozent der Erkrankten mussten damals ins Spital. In den Jahren zuvor war die Häufigkeit mit zehn bis 25 Fällen pro Jahr sehr niedrig gewesen.

Das Zurückdrängen der Masern war auf die Etablierung des kostenlosen Kinder-Impfprogramms in Österreich zurückzuführen. Es wird eine zweiteilige Impfung empfohlen, die erste sollte Kindern im Alter von elf bis 14 Monaten verabreicht werden, die zweite rund ein Jahr später.

Versuche mit Impfpuder

Die Studie:

"Successful respiratory immunization with dry powder live-attenuated measles virus vaccine in rhesus macaques" ist in den Proceedings of the National Academy of Sciences erschienen (DOI: 10.1073/pnas.1017334108).

Unterdessen berichten Wissenschaftler um Wen-Hsuan Lin von der Johns Hopkins Bloomberg Schule für Öffentliche Gesundheit in Baltimore von ersten Versuchen mit einem experimentellen Masernimpfstoff bei Rhesusaffen, der einmalig über die Atemwege aufgenommen werden soll.

Das "Impfpuder" wurde demnach von den Affen inhaliert. Daraufhin sei eine Immunität gegen Masern bei den Tieren aufgebaut worden.

Weltweit sind schwere Masernverläufe nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern. Als Barriere für Impfungen gelten laut den Studienautoren unter anderem die Tatsache, dass es in vielen Ländern an geschultem Personal für die Impfungen fehlt, und dass die Impfstoffe gekühlt werden müssen.

science.ORF.at/APA/dpa

Mehr zum Thema: