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Lagebestimmung des entdeckten Mittelfußknochens

Aufrechter Gang bereits vor 3,2 Millionen Jahren

Die Artgenossen der Urfrau "Lucy" gingen vor 3,2 Millionen Jahren mit Sicherheit aufrecht. Das schließen US-Forscher aus dem Fund eines Mittelfußknochens in Äthiopien. Er zeigt eine Form, die auch typisch für die Fußknochen des modernen Menschen ist.

Anthropologie 10.02.2011

Die Studie:

"Complete Fourth Metatarsal and Arches in the Foot of Australopithecus afarensis" von Carol Ward und Kollegen ist in der Fachzeitschrift "Science" erschienen.

Nach Auskunft der Entdecker um Carol Ward von der Universität Missouri kann der Fund des vierten Mittelfußknochens die langjährige Streitfrage endgültig klären, ob sich der Australopithecus afarensis ähnlich wie Schimpansen vierbeinig fortbewegte und noch häufig auf Bäume kletterte oder bereits den Übergang zum aufrechten Gang bewältigt hatte. Letzteres gilt als wichtiger Schritt der Evolution des Menschen.

Erster Knochenfund seiner Art

Der Mittelfußknochen des Menschenurahns

Carol Ward und Elizabeth Harman

Der Mittelfußknochen des Australopithecus

Für das Abrollen des Fußes und als Stoßdämpfer ist die Form der Mittelfußknochen, die zu den Zehen führen, von entscheidender Bedeutung. Das Fundstück AL 333-160 ist nach Forscherangaben der bisher erste entdeckte, komplette vierte Mittelfußknochen eines Australopithecus afarensis.

Er gebe entscheidende Hinweise auf die Bogenform des Fußes und sei damit ein wichtiges Merkmal für die Fortbewegungsweise. Zu der Art Australopithecus afarensis gehört auch "Lucy", die ebenfalls vor rund 3,2 Millionen Jahren lebte und von der nur ein Teilskelett bekannt ist.

Gebogener Fuß

"Die Entwicklung von gebogenen Füßen war ein fundamentaler Wandel ... sie signalisiert, dass unsere Vorfahren das Leben auf Bäumen hinter sich gelassen haben und ein Leben auf der Erde bevorzugten", sagte Carol Ward. Viele Menschen mit zu flachen Füßen bekämen Schwierigkeiten mit ihrem Bewegungssystem. "Bögen in den Füßen sind für unsere Vorfahren genauso wichtig wie sie es für uns sind."

Viele Forscher nehmen an, dass "Lucy" bereits aufrecht ging. Auch ein 3,3 Millionen Jahre altes Skelett eines dreijährigen Kindes dieser Art zeigte Hinweise auf den aufrechten Gang. Es gab aber keinen Beweis, der dies in solcher Weise belegte wie der Fußknochen.

Die Grabungsstelle Hadar im Afrikanischen Grabenbruch ist eine der wichtigsten und ergiebigsten bei der Erforschung der Ursprünge des Menschen. Hier wurden auch die Überreste von "Lucy" gefunden.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Entdeckung berichtet auch die Sendung "Wissen Aktuell" am 11. Februar 2011 um 13.55 Uhr.

science.ORF.at/APA/dpa

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