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Meer unter Himmel mit Wolken

Meeresverschmutzung: Neuer Höchststand

Millionen Tonnen von Plastikabfällen und Düngemittelresten verschmutzen mehr denn je die Weltmeere. Der Verbrauch von chemischem Volldünger stieg laut dem UNO-Umweltprogramm (UNEP) in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts um 600 Prozent an.

Umwelt 18.02.2011

Wie viel davon in den Ozeanen landet, ist bisher unklar - einer Studie zufolge gelangen jährlich rund 22 Millionen Tonnen Phosphorrückstände ins Meer. Allein in den Vereinigten Staaten entstünden dadurch Kosten von schätzungsweise mehr als zwei Milliarden Dollar (1,48 Mrd. Euro) im Jahr, weltweit seien es Dutzende Milliarden Dollar.

Problemfall Plastik

Besondere Sorge bereitet den UNO-Experten die zunehmende Belastung der Meere mit Plastikabfällen aller Art, die aus Müllhalden angeschwemmt oder von Schiffen über Bord geworfen werden. Winzigste Plastikteilchen (Mikropartikel), die kleiner als fünf Millimeter sind, könnten langfristig in die Nahrungsmittelkette gelangen und dadurch noch giftiger werden. Düngerreste und Plastikmüll bedrohen die Artenvielfalt, schaden der Wasserqualität, vergiften Fischbestand und sind auch dem Küstentourismus abträglich, wie die Fachleute der UNO warnten.

Wiederverwertung: Wenige Vorreiter

Der Studie zufolge verursacht in den USA und Westeuropa jeder Bürger jährlich rund einhundert Kilo Plastikmüll, innerhalb der nächsten fünf Jahre dürfte diese Menge auf 140 Kilo steigen. In den Entwicklungsländern fallen pro Kopf derzeit 20 Kilo Plastikabfälle pro Jahr an, aber auch hier wird es immer mehr. In vielen europäischen Ländern wird dem Bericht zufolge nur ein Viertel der Plastikabfälle zur Energiegewinnung verwendet. Positive Ausnahmen seien Norwegen und die Schweiz, die 80 Prozent des Plastikmülls wiederverwerteten.

Die Experten des UNO-Umweltprogramms forderten daher unter anderem eine deutliche Anhebung der Sammel- und Recyclingquoten. Wenn Plastik als kostbarer Rohstoff angesehen werde und nicht nur als Müll, wäre das ein größerer Anreiz, Abfälle zu sammeln und der Wiederverwertung zuzuführen, hieß es in dem Bericht. Das Problem der Düngemittel und Plastikabfälle zeige sehr deutlich, dass weltweit "ein Übergang zu einer rohstoffeffizienten Grünen Wirtschaft" stattfinden müsse, betonte der deutsche Leiter der UNEP, Achim Steiner.

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