Standort: science.ORF.at / Meldung: "Lärm stört Fische beim Fressen "

Lärm stört Fische beim Fressen

Wenn Fische unter Wasser Lärm ausgesetzt sind, wird ihre Futteraufnahme weniger effizient. Ständige Ablenkungen könnten laut britischen Biologen dazu führen, dass sie schädliche Dinge fressen, länger fressen müssen oder einen Raubfisch nicht rechtzeitig erkennen.

Verhaltensforschung 01.03.2011

Die Studie:

"Acoustic Noise Induces Attention Shifts and Reduces Foraging Performance in Three-Spined Sticklebacks" von Julia Purser und Andy Radford ist in der Fachzeitschrift "PLoS One" erschienen.

Diese indirekten Lärmfolgen müssten stärker beachtet werden, schreiben Julia Purser und Andy Radford von der Universität Bristol (Großbritannien) in einer Studie. Bisher war der Einfluss von Unterwasserlärm hauptsächlich bei großen Meeressäugern untersucht worden.

Konzentration nimmt ab

Die Forscher hatten Dreistachlige Stichlinge (Gasterosteus aculeatus) im Labor mit Unterwasserlautsprechern kurzen Lärmschüben ausgesetzt, wie sie auftreten, wenn etwa ein Motorboot über sie hinwegfährt. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere zwar nicht aufhörten zu fressen, aber deutlich abgelenkt wurden.

Sie waren weniger genau bei der Auswahl des Futters, schnappten wahllos nach ungeeigneten Partikeln und fraßen insgesamt weniger effizient. "Ihr Konzentration nahm ab, sie konnten ihre Gedanken nicht mehr beim Fressen halten, ganz so wie wir, wenn wir durch laute Baustellengeräusche gestört werden", kommentierte Purser.

science.ORF.at/dpa

Mehr zu dem Thema: