Standort: science.ORF.at / Meldung: "Wolken verstärken Lichtverschmutzung"

wolkenbedeckter Nachthimmel über Berlin

Wolken verstärken Lichtverschmutzung

Die Helligkeit des Nachthimmels hängt stark von der Wolkenbedeckung ab. Dort, wo keine künstliche Beleuchtung ist, machen Wolken den Himmel dunkler, denn sie verdecken die Sterne. Deutsche Forscher konnten nun zeigen, dass in städtischen Regionen dieser Effekt genau umgekehrt ist.

Umwelt 04.03.2011

Helle Nachthimmel

"Unsere Untersuchungen zeigen, dass selbst an einem ländlichen Standort in der Nähe von Berlin der bewölkte Himmel etwa dreimal heller war als ein klarer Himmel. Direkt in der Stadt ist der Himmel bei dichter Bewölkung sogar zehn Mal heller als in sternklaren Nächten", erklärt der Physiker Christopher Kyba vom Institut für Weltraumforschung der Freien Universität Berlin.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Studie hat auch "Wissen Aktuell" am 4.3, um 13:55 berichtet.

Schuld an diesem Phänomen ist künstliches Licht bei Nacht, welches in den Himmel abgestrahlt wird. "Wenn Wissenschaftler den Einfluss von Lichtverschmutzung auf Mensch und Natur untersuchen, verwenden sie häufig Satellitenaufnahmen aus sternenklaren Nächten, um die Lichtemission zu quantifizieren. Bei zukünftigen Studien zur Lichtverschmutzung muss aber auch der Einfluss der Bewölkung berücksichtigt werden", so Kyba.

Die Wissenschaftler nutzten für Ihre Untersuchungen handelsübliche "Sky Quality Meters" zur Messung der Helligkeit des Nachthimmels. "Jetzt, da wir eine Analysemethode entwickelt haben, um den Einfluss von Wolkenbedeckung zu quantifizieren, wird der nächste Schritt sein, unser Untersuchungsnetzwerk auszubauen. Das ‚Sky Quality Meter‘ ist ein kostengünstiges und leicht zu handhabendes Gerät, daher hoffen wir, auch andere Wissenschaftler und Amateurforscher für dieses Projekt begeistern zu können, um so eine weltweite Datenbank mit Messungen zur Helligkeit des Nachthimmels aufzubauen", so der Ökologe Franz Hölker vom Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei

science.ORF.at