Standort: science.ORF.at / Meldung: "Hennen leiden mit gestressten Küken"

Frisch aus einem Ei geschlüpftes Küken

Hennen leiden mit gestressten Küken

Hennen fühlen mit ihren Küken. Werden diese bedrängt, reagieren die Mütter britischen Forschern zufolge körperlich so, als ob sie die Störung selbst erlebt hätten. Im Vogelreich sei ein solches Verhalten bisher erst bei Raben beobachtet worden. Diese gelten als besonders intelligent.

Empathie 09.03.2011

Deutliche Stresssymptome

Die Studie in den "Proceedings of the Royal Society:
"Avian maternal response to chick distress" (DOI: 10.1098/rspb.2010.2701) von Joanne Edgar et al.

Die Zoologin Joanne Edgar von der Universität Bristol setzte jeweils eine Henne und eines ihrer Kücken in benachbarte, durch eine Plexiglas-Scheibe voneinander getrennte Käfige. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit "ärgerte" sie entweder die Henne oder das Küken mit kurzen Luftstößen. Dabei wurden beim Muttertier Augentemperatur, Pulsrate und Verhalten protokolliert.

Sowohl Luftstöße auf sie selbst als auch auf ihr Küken führten bei der Mutter zu einer erhöhten Aufmerksamkeit, Unruhe, höherem Puls und kühleren Augen. Wurden den Küken und Müttern hingegen nur die Zischgeräusche der Luft vorgespielt, blieben die Tiere unbeeindruckt.

Dies zeige, dass die Henne mit ihrem Küken mitfühle - sie bekunde Empathie, schlussfolgerte die Biologin. Selbst ohne Stressrufe des Kükens erkenne die Vogelmutter, dass etwas mit ihrem Nachwuchs passiere und reagiere so, als sei sie selbst betroffen. Dies sei die klassische Definition für Mitfühlen.

/science.ORF.at/APA/dpa

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