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Weltaumschrott, der um die Erde kreist

Ein Laser gegen den Weltraumschrott

Teile von ausgedienten Satelliten "verschmutzen" zunehmend den Weltraum. Ein NASA-Forscher präsentierte nun eine neue Idee zur Entsorgung des Weltraumschrotts: Mit einem Laser sollten die Umlaufbahnen der Teile verändert werden.

Raumfahrt 15.03.2011

"Kesslersyndrom"

Donald Kessler schilderte das Szenario schon 1991: Bruchstücke von ausgedienten oder außer Kontrolle geratenen Satelliten stoßen im Weltraum mit anderen Satelliten zusammen. Die Trümmerwolke, die dabei entsteht, gefährdet noch funktionierende Satelliten: Sie könnten ebenfalls außer Kontrolle geraten und neue Trümmerwolken erzeugen.

Das geht so weiter, bis irgendwann soviel Weltraumschrott um die Erde kreist, dass eine sichere Raumfahrt unmöglich wird. Die Beschreibung war so realistisch, dass sie unter dem Namen "Kesslersyndrom" in die Literatur einging.

Die Studie:

"Orbital Debris-Debris Collision Avoidance" ist im "arXiv-Blog" erschienen (arXiv:1103.1690v1).

Envisat bedroht

Teilweise ist das Syndrom schon Realität geworden, heißt es in einem aktuellen Eintrag im "arXiv-Blog": Im Jänner 2009 kollidierten die Satelliten Iridium 33 und Cosmos 2251, ihre Trümmer kreisen seither um die Erde. 2007 schoss das chinesische Militär im Rahmen eines Tests einer neuen Waffe den eigenen Satelliten "Fengyun" ab.

Alle drei Satelliten befanden sich in einer Höhe von 800 Kilometern über der Erde - dort kreist heute der ESA-Satellit Envisat und wird massiv von den umher fliegenden Teilen der zerstörten Geräte bedroht.

Ö1 Sendungshinweis:

Über Raumfahrt berichtete auch die Sendung "Wissen Aktuell" am 9. März 2011 um 13.55 Uhr.

Aus der Bahn schießen

Kein Wunder, dass nach wie vor nach einer Lösung für das kosmische Müllproblem gesucht wird. James Mason vom Ames Research Center der NASA und Kollegen schlagen nun vor, einen Laser zu konstruieren, mit dem einzelne Teile aus der Umlaufbahn "geschossen" werden können. Dafür könnte ein Laser mit einer Leistung von nur fünf Kilowatt reichen, der ein bis zwei Stunden auf ein "Abfallstück" gerichtet wird.

Eine Skizze des Lasers, der Weltraumschrott aus seiner Laufbahn "schießen" soll

NASA/James Mason

Skizze des Lasers

Der Druck durch die Photonen würde ausreichen, um die Müllteile geringfügig von ihrem Kurs abzubringen - und damit gefährliche Zusammenstöße mit etwa bemannten Space Shuttles zu verhindern.

science.ORF.at

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