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Zwei Einkaufswagen auf einem Parkplatz

Shopping macht gesund - oder umgekehrt?

Diese Studie dürfte ein heißer Kandidat für die nächste Ig-Nobelpreisvergabe sein: Taiwanesische Forscher haben den gesundheitlichen Effekt des Shoppens untersucht. Ihr Resumee: Wer regelmäßig Einkaufen geht, lebt länger.

Studie 20.04.2011

Bevor Konsum-affine Zeitgenossen stante pede in exzessives Shoppen verfallen, eine wichtige Einschränkung: Das Resultat gilt nur für Senioren. Yu-hung Chang von den National Health Research Institutes in Taiwan hat mit seinen Kollegen Interviews aus den Jahren 1999 und 2000 ausgewertet. Darin wurden mehr als 1.800 Taiwanesen über 65 nebst anderen Themen zu ihren Einkaufsgewohnheiten befragt. Diese Daten setzten Chang und Co mit dem Sterberegister der Folgejahre in Beziehung.

Die Studie:

"Frequent shopping by men and women increases survival in the older Taiwanese population", J Epidemiol Community Health (doi:10.1136/jech.2010.126698).

Wie die Forscher nun im "Journal of Epidemiology and Community Health" schreiben, gebe es tatsächlich einen statistischen Zusammenhang zwischen beiden Größen. Senioren, die regelmäßig shoppten, hatten (in Bezug auf den Untersuchungszeitraum) ein um 27 Prozent geringeres Sterberisiko als Shopping-Verweigerer.

Der Zusammenhang könnte ganz simpel durch einen besseren Gesundheitszustand der ersten Gruppe erklärt werden. Jene, die keine körperlichen und/oder kognitiven Defizite aufweisen, sind naturgemäß agiler, beweglicher und gehen daher wohl auch öfter einkaufen. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass es auch Effekte gebe, die in die andere Richtung laufen, schreiben Chang und Kollegen. Immerhin bedeute eine Einkaufstour auch ein gewisses Maß an körperlicher Bewegung und Sozialkontakt - beides Faktoren, die durchaus die Gesundheit fördern könnten.

Ein nicht unwichtiges Detail: Ob die Senioren bei ihren Shoppingtouren nun tatsächlich etwas gekauft hatten oder nicht, ist laut der Studie unerheblich.

science.ORF.at

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