Standort: science.ORF.at / Meldung: "Modemarken sexualisieren schon Mädchen"

Ein Mädchen bewundert ein Model am Laufsteg.

Modemarken sexualisieren schon Mädchen

Modemacher tragen einer Studie zufolge dazu bei, dass manchmal schon Volksschulmädchen aufreizende Kleidung tragen und sich bereits als Kind das gängige Schlankheitsideal für Frauen aneignen.

Psychologie 10.05.2011

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Untersuchung der Psychologin Sarah Murnen vom Kenyon College im US-Bundesstaat Ohio, für die sie gemeinsam mit ihren Studenten die Websites von 15 Kindermodeherstellern in den USA untersuchte.

Die Studie:

"'Putting on' Sexiness: A Content Analysis of the Presence of Sexualizing Characteristics in Girls’ Clothing" ist im Fachjournal "Sex Roles" erschienen (DOI: 10.1007/s11199-011-9966-8).

Kindlich oder aufreizend

Die Forscher beurteilten knapp 5.700 Kleidungsstücke danach, ob sie kindlich waren, einen bestimmten Körperteil betonten oder Merkmale hatten, die gemeinhin als aufreizend gelten, wie etwa ein Leopardenmuster oder Spitzenwäschestoff.

Als kindlich wurde etwa ein pastellfarbenes Oberteil mit Schmetterlingsdruck eingestuft, als körperbetont ein Bikini, der die Brüste mit dreieckigen Stoffstücken hervorhob.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die Ergebnisse berichtet auch die Sendung "Wissen Aktuell" am 10.5.2011 um 13.55 Uhr.

Verschleierte Taktik

Die Wissenschaftler stellten fest, dass 69 Prozent der Kleidung kindlich aussah. Vier Prozent hatten sexualisierende Merkmale - und 25 Prozent der Kleidungsstücke hatte von beidem etwas, wodurch die verfrühte Sexualisierung von Mädchen "verschleiert" werde, erklärten die Autoren der Studie. Eltern könnten sich beim Kauf täuschen lassen und einen Minirock im Leopardenmuster für ihre Tochter kaufen, bloß weil er rosarot gemustert sei.

Die bei jungen Leuten beliebte US-Modemarke Abercrombie war vor einigen Jahren in die Kritik geraten, weil sie in der Kinderkollektion unter anderem Stringtangas mit Aufdrucken wie "Winke, winke" und "Süßes fürs Auge" führte.

science.ORF.at/APA/AFP

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