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Infrarot-Galaxie mit massereichen Winden

Teleskop "Herschel" entdeckt riesige Stürme

Das europäische Weltraumteleskop "Herschel" hat erstmals riesige Sturmwolken aus molekularem Gas in den Zentren von Galaxien aufgespürt. Manche davon besitzen Windgeschwindigkeiten von mehr als 1.000 Kilometern pro Sekunde - das Vieltausendfache von Wirbelstürmen auf der Erde.

Astronomie 10.05.2011

Den Beobachtungen des Infrarot-Teleskops zufolge werden durch solche Winde ganze Galaxien leer gefegt, was das beobachtete abrupte Ende einer verstärkten Sternentstehung in diesen Galaxien erklären könnte. Das teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit.

Das Herschel-Teleskop

ESA

Infrarot-Observatorium

Das Weltraumteleskop "Herschel" startete am 14. Mai 2009 mit einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in den Weltraum. Seither durchsucht es das All nach Wärmestrahlung, die knapp über dem absoluten Nullpunkt von minus 273,15 Grad Celsius liegt und liefert so neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Galaxien.

Ö1 Sendungshinweis:

Über die "Herschel"-Entdeckungen berichtet auch die Sendung "Wissen Aktuell" am 10.5.2011 um 13.55 Uhr.

Verschmelzung gasreicher Galaxien

Laut DLR zeigen weit entfernte Galaxien im Universum viel mehr Aktivität als unsere Milchstraße heute. Erklärt wird dies in gängigen Entwicklungsmodellen durch die Verschmelzung gasreicher Galaxien, die zu erhöhter Sternentstehung führt und das Schwarze Loch im Zentrum des Sternensystems wachsen lässt. Plötzlich hört diese erhöhte Aktivität aber auf.

In nur wenigen Millionen Jahren sinkt die Sternentstehungsrate rapide, und auch das Schwarze Loch wächst nicht mehr weiter. In dieser für kosmische Verhältnisse kurzen Zeitspanne müssen also gewaltige Mengen Rohmaterial aus der Galaxie entfernt werden - etwa eine Milliarde Sonnenmassen.

Theorien bestätigt

Die Aufnahmen von "Herschel" zeigen nun, dass die Galaxien mit den aktivsten Kernen die stärksten Winde haben. Diese können den gesamten Gasnachschub einer Galaxie wegblasen und verhindern so eine weitere Entstehung von Sternen sowie das Anwachsen des Schwarzen Lochs in ihrem Zentrum.

Dieses Resultat bestätigt laut DLR die gängigen Theorien zur Galaxienentwicklung und ist der erste systematische Nachweis für die Bedeutung galaktischer Winde bei der Entwicklung elliptischer Galaxien. Die Ergebnisse wurden auch in einer Studie im "Astrophysical Journal" veröffentlicht.

science.ORF.at/APA/AFP

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