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Magenkeim kann Parkinson auslösen

Das Bakterium Helicobacter pylori ist dafür bekannt, im Magen des Menschen für eine Reihe von Krankheiten verantwortlich zu sein. Nach einer Studie von US-Medizinern steht es nun auch in dringendem Verdacht, Parkinson auslösen zu können.

Medizin 23.05.2011

Das zeigen jedenfalls entsprechende Experimente mit Mäusen, von denen Studienleiterin Traci Testerman von der Louisiana State University beim Treffen der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie (ASM) berichtet hat.

Mehrere Überschneidungen

Dass es einen Zusammenhang zwischen Magengeschwüren und der neuro-degenerativen Erkrankung gibt, ist laut den Forschern bereits seit den 1960er Jahren bekannt - lange bevor Helicobacter pylori als Verursacher der Magenkrankheiten ausgemacht wurde.

Verschiedene Studien jüngster Zeit haben weitere Anknüpfpunkte entdeckt: So sind Parkinson-Patienten eher mit dem Magenkeim infiziert, und die Bekämpfung des Bakteriums hat bei manchen von ihnen auch zu einer leichten Verbesserung ihrer neurologischen Symptome geführt.

Vor allem mittelalte Mäuse betroffen

Um dem Zusammenhang genauer nachzugehen hat nun ein Forscherteam um Testerman Mäuse mit drei verschiedenen Stämmen des Bakteriums infiziert und danach die Entwicklung ihrer motorischen Fähigkeiten und ihrer Dopamin-Niveaus im Gehirn untersucht. Bei einem Stamm entwickelten in erster Linie Tiere mittleren Alters innerhalb weniger Monate typische Parkinson-Symptome, wie z.B. eingeschränkte Bewegungsfähigkeit; auch ihre Dopaminwerte gingen zurück.

"Unsere Studie zeigt, dass H. pylori auch bei der Entwicklung von Parkinson bei Menschen eine wichtige Rolle spielen könnte", sagt Testerman in einer Aussendung. Sie glaubt, dass das Bakterium eine chemische Substanz - die Verbindung eines Cholesterins mit Zucker - produziert, die für das Gehirn giftig ist und Nervenzellen tötet.

Für diese Hypothese würde ein weiteres Experiment sprechen, bei dem Mäuse Extrakte des Bakteriums zu fressen bekamen. Dabei infizierten sich die Nager zwar nicht, entwickelten aber ebenfalls Parkinson-Merkmale.

science.ORF.at

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