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Barbie im rosa Kleid

Wie sich ein Puppenkörper anfühlt

Schwedische Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Größenempfindung des eigenen Körpers auch die Wahrnehmung der Umwelt bestimmt: Das Gehirn kann offenbar Riesenwelten und Miniaturlandschaften konstruieren.

Illusion 26.05.2011

Suggestion mit optischen Täuschungen

Die Studie

"Being Barbie: The Size of One’s Own Body Determines the Perceived Size of the World" ist im Fachblatt PLoS ONE erschienen (6(5): e20195. doi:10.1371/journal.pone.0020195).

Im Rahmen der Studie suggerierten die Forscher vom Stockholmer Karolinska Institut mit Hilfe von Illusionstechniken mehreren Versuchspersonen, im Körper von der Größe eines vier Meter großen Menschen beziehungsweise eines Winzlings von der Größe einer Puppe zu stecken. Die Probanden veränderten daraufhin auch ihre räumliche Wahrnehmung und verschätzten sich gewaltig bei der Beurteilung von realen Distanzen.

Versuchsanordnung mit künstlichen Beinen

PLoS ONE

Illusions-Experiment mit Videobrille, Kamera und künstlichen Beinen

Den Wahrnehmungseffekt nach der Suggestion beschreibt Ehrsson, der den Test auch an sich selbst durchführte, als "sehr seltsam". Es sei aufgrund der Versuchsergebnisse ohne weiteres möglich, Menschen zu suggerieren, in künstlich hergestellten Körpern zu stecken. Theoretisch könne eine derart in seiner Wahrnehmung manipulierte Person beispielsweise als mikroskopisch kleines Instrument im menschlichen Körper Operationen oder als Riesenroboter Reparaturen nach einem AKW-Unfall durchführen, so Ehrsson.

science.ORF.at/APA

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