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Außenansicht des Parlaments in Wien

Kein Geld für "Haus der Geschichte"

Aus dem schon lange geplanten "Haus der Geschichte" wird vorerst nichts: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) teilte in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des BZÖ mit, dass die Realisierung des Projekts für heuer nicht budgetiert worden sei.

Bildung 31.05.2011

Und "nach derzeitigem Stand der Planung" sei anzunehmen, dass auch für 2012 "keine Budgetierung erfolgen kann". Für Faymann ist das schon seit mehr als zehn Jahren diskutierte Projekt damit aber trotzdem noch nicht gestorben, er will, wie er in der Anfragebeantwortung feststellt, weiter daran festhalten. Einen Zeitplan nennt er dafür aber nicht. "Die Realisierung richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten, eine exakte Angabe des Zeitpunkts, zu dem die Ressortspielräume des Bundeskanzleramts die Realisierung ermöglichen, ist derzeit nicht möglich."

Finanzierung: Widersprüche

Widersprüchlich sind die Angaben über die seit dem Jahr 2000 investierten Finanzmittel. Faymann gibt in seiner Anfragebeantwortung nur einen Betrag von 80.777 Euro für eine Vorstudie an und dazu noch 1.112 Euro für einen Zusatzauftrag zur weiteren inhaltlichen Ausgestaltung. Bereits im April 2009 hatte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) ebenfalls in einer Anfragebeantwortung von 205.300 Euro an Kosten gesprochen.

Demnach hat eine schon 1999 von den Historikern Stefan Karner und Manfried Rauchensteiner erstellte Machbarkeitsstudie allein 64.680 Euro gekostet. Eine im Juni 2007 fertiggestellte "Roadmap" hatte Schmied mit 58.600 Euro angegeben. Und schließlich wurde 2008 auch ein Projektauftrag an die Gruppe Haas/LORD vergeben, dessen Kosten sich damals Bundeskanzleramt, Finanzministerium, Unterrichts- und Wissenschaftsministerium mit je 20.500 Euro aufgeteilt haben.

Wien, 1848 ff.

Festgelegt hatte man sich bereits damals in diesem Grobkonzept, dass das "Haus der Geschichte" beim Revolutionsjahr 1848 ansetzen und seinen Sitz in Wien haben soll. An letzterem hält auch Faymann jetzt fest, der klarstellt, dass aufgrund der Vorstudie ein Standort in Wien ins Auge zu fassen sei.

Die BZÖ-Abgeordneten Stefan Markowitz und Wolfgang Spadiut verweisen in ihrer Anfrage darauf, dass das "Haus der Geschichte" schon in den Regierungsprogrammen 2000, 2003 und 2007 verankert war. Im letzten Jahrzehnt sei das Projekt "hoch gelobt" und seine Bedeutung für die Gesellschaft hervorgehoben worden.

science.ORF.at/APA

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