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Asteroid Vesta

Blick in die Urzeit unseres Sonnensystems

Der 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernte Asteroid "Vesta" ist rund 4,5 Milliarden alt und stammt somit aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Die Raumsonde "Dawn" hat nun die bisher besten Aufnahmen des Himmelskörpers zur Erde gefunkt.

Astronomie 24.06.2011

"Die Kernfrage lautet: Wie ist unser Sonnensystem entstanden?", sagte der wissenschaftliche Leiter des "Dawn"-Kamerateams, Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS).

"Vesta ist ein Urkörper des Sonnensystems, 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt. So altes Gestein kennen wir gar nicht auf der Erde. Aber wir müssen davon ausgehen, dass unsere Erde einmal ähnlich ausgesehen hat. Vesta ist in dieser Frühphase stehengeblieben. Das führt uns zurück zu den Anfängen."

Besser als "Hubble"

"Dawn" (Dämmerung) befindet sich derzeit im Anflug auf Vesta und soll den Asteroiden rund ein Jahr lang begleiten. Auf den Bildern, die am Donnerstag auch von der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Washington veröffentlicht wurden, sind bereits Details von 20 Kilometern Größe zu erkennen - damit ist die Auflösung doppelt so gut wie bei den besten Vesta-Aufnahmen des "Hubble"-Weltraumteleskops.

In einigen Wochen soll "Dawn" sich bis auf 200 Kilometer dem Asteroiden nähern und dann tausendfach kleinere Details von 20 Metern Größe erkennen.

530 Kilometer lange Kartoffel ...

Vesta ist ein leicht kartoffelförmiger Gesteinsbrocken von etwa 530 Kilometern Durchmesser. "Wahrscheinlich ist er der einzige Protoplanet, der aus der Frühzeit des Sonnensystems erhalten ist", erläuterte Nathues' Kollege Martin Hoffmann.

Die Kartoffelform rühre vermutlich von einem katastrophalen Einschlag her, der große Mengen Gestein aus dem Protoplaneten herausgeschleudert und so eine ganze Asteroidenfamilie namens Vestoiden begründet habe. "Wir finden auch Stücke von Vesta auf der Erde", sagte Hoffmann.

... mit zwei Seiten

"Vesta hat eine helle und eine dunkle Seite", das zeigten auch die jetzt veröffentlichten Aufnahmen aus rund 190.000 Kilometern Entfernung, erläuterte Nathues. "Die eine ist eher die ursprüngliche Seite von Vesta, auf der anderen sind vermutlich auch tieferliegende Schichten freigelegt." Das niedersächsische Institut hat die beiden Kameras der Sonde zur Nasa-Mission "Dawn" beigesteuert und bereitet die Aufnahmen auf.

Die Raumsonde soll die Anfänge des Sonnensystems erforschen und hat daher als erstes Ziel Vesta. Mitte Juli wird "Dawn" in eine Umlaufbahn um den urtümlichen Protoplaneten einschwenken.

Nach rund einem Jahr soll die Sonde den Asteroiden verlassen und den Zwergplaneten Ceres anfliegen, der zwar ebenfalls im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter die Sonne umkreist, aber eine ganz andere Zusammensetzung hat. "Dawn" soll unter anderem erkunden, warum die beiden Himmelskörper so unterschiedlich sind.

science.ORF.at/dpa

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