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Alter Mann sitzt am Straßenrand

Kostenexplosion durch Alzheimer

Angesichts der zunehmenden Zahl von Alzheimer-Kranken warnen Forscher vor den Auswirkungen der Demenzkrankheit auf die Weltwirtschaft. Die Zahl von derzeit weltweit 24 bis 37 Millionen Kranken werde sich bis zum Jahr 2050 auf 115 Millionen erhöhen.

Weltwirtschaft 24.06.2011

Die Präsidentin der Internationalen Vereinigung der Alzheimer-Krankheit (ADI), Daisy Acosta, sagte, die Kosten für die Versorgung von Alzheimer-Patienten würden deutlich ansteigen.

Mehr Geld für Forschung gefordert

Im vergangenen Jahr betrugen die Kosten laut Acosta bereits 604 Milliarden Dollar (423 Milliarden Euro), ein Prozent des Welt-Bruttoinlandsprodukts. Würde es sich bei der Krankheit um ein Land handeln, stünde es damit weltweit an 18. Stelle gemessen am Bruttoinlandsprodukt, so Acosta bei einer Veranstaltung des US-Repräsentantenhauses.

Bill Thies von der Alzheimer's Association forderte mehr Mittel zur Bekämpfung der Krankheit. Für Krebsforschung würden jährlich sechs Milliarden US-Dollar (4,22 Mrd. Euro) ausgegeben, für Herz-Kreislauf-Krankheiten vier Milliarden Dollar und für Aids zwei Milliarden Dollar. Der finanzielle Aufwand bei der Alzheimer-Krankheit liege bei gerade einmal 450 Millionen Dollar (317 Mio. Euro) . George Vradenburg von der Organisation "USAgainstAlzheimer" verwies darauf, dass die westlichen Industriestaaten am meisten von den wachsenden Krankenzahlen und den damit verbundenen Kosten betroffen seien. Die Welt müsse erkennen, dass es nicht nur um eine Gesundheits-, sondern auch um eine wirtschaftliche Frage gehe.

Die Krankheit, die das Erinnerungsvermögen und das Verhalten stark beeinträchtigt, ist unheilbar und führt zu Invalidität. Sie ist stark verbunden mit dem Alterungsprozess: Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, verdoppelt sich den Forschern zufolge alle fünf Jahre ab dem Alter von 65 Jahren.

science.ORF.at/APA/AFP

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