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Duell zwischen zwei Spielerinnen beim Frauenfußball

Männer simulieren öfter Verletzungen

In einem Fußballspiel unter Männern treten doppelt so viele Verletzungen auf wie im Frauen-Fußball. Allerdings täuschen die Kicker auch häufiger Verletzungen vor. So gesehen steht es für die Damen 1:0, wie eine aktuelle Studie von amerikanischen Forschern belegt.

Sport 07.07.2011

Ziel der Forscher um Daryl Rosenbaum war es herauszufinden, wie häufig sich die Spielerinnen in internationalen Turnieren tatsächlich verletzen und dies nicht nur vorgeben.

"Wir wissen nicht, ob die Spieler Verletzungen simulieren, um einen taktischen Vorteil zu haben", so Rosenbaum. "Nur die Spieler selbst kennen die Antwort auf diese Frage."

Die Studie:

"Estimation of Injury Simulation in International Women's Football" ist im Journal "Research in Sports Medicine" erschienen.

Verletzte Spielerinnen scheiden aus dem Spiel aus

Die Forscher vom Wake Forest Baptist Medical Center analysierten Fernsehaufnahmen von 47 Spielen zweier internationaler Frauen-Fußball-Turniere. Sie stuften Verletzungen als echt ein, wenn die betroffene Spielerin innerhalb von fünf Minuten aus dem Spiel ausschied oder blutete. War dies nicht der Fall, erschien den Forschern der Vorfall zweifelhaft. Das Datenmaterial verglichen sie anschließend mit einer Untersuchung des internationalen Männerfußballs aus dem Jahr 2010.

Mehr echte Verletzungen bei Frauen

Den Ergebnissen zufolge ist die generelle Verletzungsrate, also vermeintliche und wirkliche Verletzungen zusammengerechnet, von Fußballspielern mit 11,26 Verletzungen pro Spiel doppelt so hoch wie die der Frauen. In einem Spiel der Frauen stuften die Forscher 13,7 Prozent aller Verletzungen als echt ein, bei den Männern waren es nur 7,2 Prozent.

Zweifelhafte Verletzungen traten oft in Zusammenhang mit Strafen des Schiedsrichters oder beim Kontakt mit anderen Spielern auf. Offenbar wollten die Spieler den Referee täuschen, indem sie vorgaben, verletzt zu sein. Erfolg hatten sie damit aber nicht: Die Studie konnte nicht belegen, dass Teams, die oft Verletzungen vortäuschten, auch häufiger siegten.

science.ORF.at

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