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Auf den Spuren des frühen Christentums

Geheimnisse des frühen Christentums will man an der Universität Wien lüften. Basis dafür ist die weltgrößte Fotosammlung koptischer Handschriften, die der deutsche Ägyptologe und Koptologe Karlheinz Schüssler der Uni übergeben hat.

Uni Wien 11.07.2011

Der 70-Jährige hat in den vergangenen 40 Jahren weltweit Seiten alter koptischer Bibeln abfotografiert und eine 240.000 Seiten umfassende Sammlung angelegt. Diese soll laut einer Aussendung nun von Wissenschaftern der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Rahmen des neu gegründeten "Research Centre for Early Christian-Coptic Studies" untersucht werden.

Schwieriges Material

Davon erhofft man sich Erkenntnisse über die ursprüngliche Erscheinungsform der Bibel oder den Ablauf der Gottesdienste koptischer Christen vom 4. bis zum 8. Jahrhundert und welche liturgischen Elemente möglicherweise heute noch erhalten sind.

Problematisch waren derartige Untersuchungen bisher insofern, als ein Großteil der auf Papyrus überlieferten Schriften entweder schon zerfallen ist oder diese nur schwer gesammelt anzutreffen sind. "Der Verkauf einzelner Blätter brachte mehr Geld als der Verkauf der gesamten Handschrift", begründet Hans Förster vom Institut für Alttestamentliche Wissenschaft und Biblische Archäologie der Uni Wien, warum die Dokumente weltweit verstreut sind.

Gesamtausgabe

Schüssler hat die Handschriften in seiner mehrbändigen "Biblia Coptica" zusammengeführt. Endziel der Bearbeitung des digitalen Materials sei eine "Gesamtausgabe der koptischen Bibeltexte", so Förster. Untersucht werden die digitalen Fotografien neben Wien auch an Instituten in Münster sowie Paris, Cambridge oder Birmingham.

science.ORF.at/APA

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