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Windräder vor den Türmen eines Braunkohlekraftwerks

Emissionen sinken, Kyoto weit entfernt

Der Klimaschutzbericht 2011 des Umweltbundesamtes zeigt einmal mehr ein zwiespältiges Bild: Zwar sinken die Emissionen seit 2005, das Kyoto-Ziel befindet sich allerdings in weiter Ferne.

Klimaschutzbericht 13.07.2011

Im Jahr 2009 betrugt die österreichische Treibhausgasbilanz 80,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent, rund fünf Millionen Tonnen über dem jährlichen Durchschnittswert des Kyoto-Ziels.

Klimaschonung durch Wirtschaftskrise

Zurückzuführen ist der Rückgang laut dem Bericht auf den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger, Energie-Effizienzmaßnahmen und speziell im Jahr 2009 auf die Wirtschaftskrise. Gegenüber 2008 ist dementsprechend eine Reduktion von 6,9 Mio. Tonnen festzustellen.

"Für 2010 rechnen wir mit einem Anstieg der Treibhausgasemissionen, in den Emissionshandelsdaten spiegelt sich deutlich die Konjunkturerholung wider," erläuterte Jürgen Schneider, Leiter des Programmbereichs Wirtschaft und Wirkung im Umweltbundesamt. Für die Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen rechnen die Experten mit rund 30 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent, die zusätzlich über flexible Instrumente für den Zeitraum 2008 bis 2012 abgegolten werden müssen.

Verbindliches Klimaschutzgesetz gefordert

Für die Klimaziele für 2020 gab sich Schneider vorsichtig: "Unsere Modellierungen zeigen, dass wir es in der Hand haben, die verbindlichen Klimaziele bis 2020 durch Maßnahmen im Inland zu erreichen. Dazu bedarf es allerdings eines verbindlichen Klimaschutzgesetzes, verpflichtender Regelungen im Bereich Energieeffizienz, Maßnahmen im Bereich erneuerbarer Energieträger etc. - und nicht zu vergessen einer konsequenten, raschen und effizienten Umsetzung."

Von den Sektoren, die nicht vom Emissionshandel erfasst sind, haben Verkehr und Raumwärme dem Bericht zufolge nach wie vor erhebliche Reduktionspotenziale. In den nationalen Zielen aus dem EU-Klima- und Energiepaket bis 2020 ist vorgesehen, in Bereichen, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, die Treibhausgasemissionen um 16 Prozent zu reduzieren. Ausgangsjahr für diese Reduktion ist 2005.

Größte Abweichung: Verkehr

Ö1-Sendungshinweis

Über den Klimaschutzbericht 2011 berichten auch die Ö1-Journale.

Der Verkehrssektor ist 2009 mit rund 2,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten der Sektor mit der größten Abweichung zum Ziel der Klimastrategie. Trotz deutlicher Emissionsminderungen durch den Einsatz von Biokraftstoffen sowie durch Effizienzsteigerungen bei Einzel-Kfz ist nicht absehbar, dass das Ziel der Klimastrategie erreicht wird. Bis 2020 sieht das Umweltbundesamt im Verkehrssektor bei Umsetzung der in der Energiestrategie vorgeschlagenen Maßnahmen ein großes Reduktionspotenzial.

science.ORF.at/APA

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