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Sponsoren beeinflussen Studien

Ein führender Vertreter forschender Ärzte gibt zu, dass Sponsoren gelegentlich auf Studien Einfluss nehmen. Es komme auch vor, "dass Studien nicht publiziert werden, wenn sie ein für den Sponsor ungünstiges Ergebnis liefern."

Selbstkritik 15.07.2011

Das sagte der Präsident des Dachverbands AWMF, Karl Heinz Rahn, gegenüber dem Sender Deutschlandradio Kultur. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften mit Sitz in Düsseldorf ist nach eigenen Angaben der Zusammenschluss von rund 160 Einzelgesellschaften.

Klinik besonders betroffen

Rahn sprach von einem "speziellen Problem" bei klinischen Studien, die bei einer Laufzeit von fünf Jahren zwischen 50 und 150 Millionen Euro kosten könnten. Solche Beträge könnten aus öffentlichen Mitteln nicht finanziert werden. "Problem ist in der Tat, wenn es gelegentlich Versuche vonseiten der industriellen Sponsoren gibt, Einfluss auf das Studienprotokoll und Einfluss auf die Publikationen auszuüben", sagte Rahn.

Nach Ansicht Rahns sollte zusätzlich zu privaten auch ein öffentlicher Sponsor solche großen Studien finanzieren. "Das stärkt natürlich die Verhandlungsposition des individuellen Wissenschaftlers, wenn hinter ihm eine große Wissenschaftsorganisation steht", erläuterte der Mediziner. Außerdem sprach er sich dafür aus, spezielle Register für Studien einzuführen. Dann lasse sich überprüfen, von welchen Studien die Ergebnisse auch wirklich publiziert wurden.

science.ORF.at/dpa

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